#691 „frozen“

Ich habe es schon eine ganze Weile vor mich her geschoben. Immer gab es Ausreden meinerseits oder ich hatte schlichtweg keine Lust. Ja, ihr werdet stauen, auch das kann in diesem Zusammenhang vorkommen. Nicht oft, doch jetzt hat es mich erwischt, das prokrastinieren. Ich habe meinen Garten sträflich vernachlässigt. Schon klar, im Moment fallen nicht viele Arbeiten an, dennoch, hätte ich einiges winterfest machen müssen.

Jetzt hat es gefroren. Das Holz der Treppenstufen vom Balkon zum Rasen knarzt. Meine Schritte hinterlassen Abdrücke im Rasen und der Raureif knirscht leise unter meinen Sohlen. Ich bin erst irritiert, woher ein anderes leises Knacken kommt, das ich höre, als ich im Garten stehe. Dann ist es mir klar. Sogar das Alu-Blech an den umliegenden Häusern, an Balkonen und Dachrinnen, gibt Geräusche von sich. Mit schlechtem Gewissen schaue ich mir das Dilemma an. Die Vogeltränke ist eingefroren. Der Waschzuberteich ist ebenfalls mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Einzig der Frosch schaut mit seiner Nase heraus. Hoffentlich hat das Solarpaneel für den Mini-Springbrunnen nichts abbekommen. Au weia. Der Wasserschlauch, der mit einer patenten Abzugsvorrichtung am Wasserhahn befestigt ist, bewegt sich ebenfalls keinen Zentimeter. Nun, da hilft alles nichts, ich muss auf Tauwetter warten.

Was hätte ich nicht längst erledigt haben sollen? Laub haken ist da das geringste Problem. Vielleicht ist das sogar ganz gut, wenn es einfach bis zum Frühjahr liegen bleibt. Ich hatte den Waschzuber mit Draht abdecken wollen, damit nicht zu viel Laub rein fällt. Das Thema ist jetzt durch und ich freue mich aufs „Schmodder“-Fischen im nächsten Frühling. Selber Schuld, denke ich mir und gehe zurück ins Haus. Meine guten Vorsätze nehme ich mit rein und schaue mir nun von drinnen die Sache an. Im Kopf stelle ich mir meine To-do-Liste für den kommenden Garteneinsatz zusammen. Wenigstens habe ich einen Plan.

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