Fertig. Ich fahre mein Laptop runter und überlege mir, in welcher Form ich mich wenigstens ein kleines bisschen bewegen kann, nachdem meine Haltung heute überwiegend, ich möchte fast meinen ausnahmslos, sitzend war. Kein Wunder, dass ich bei der Vorbeuge beim Yoga keine Fingerspitze mehr auf den Boden bekommen.
Ich beschließe, wenigstens das Altglas wegzubringen. Zur Apotheke muss ich und dann noch schnell ein paar Kleinigkeiten beim italienischen Supermarkt zum Abendessen besorgen.
Ich trete vor die Tür. Justamente hat mich das nasskalte Fisselwetter im Griff. Die Temperatur ist kurz vor Atemwölkchen und dunkel ist es ebenfalls. Nun, wie sehr freue ich mich an solchen Tagen auf den Sommer. Richtig ausgiebig schwitzen ist doch fein.
Ich erledige meine Einkäufe und merke, dass ich trotz der frühen Abendstunde schon ziemlich hungrig bin. Das liegt wahrscheinlich am Brot, das mit seiner krossen Kruste einladend hinter der Theke lag. Jetzt ruft es aus den Tiefen meines Beutels: iss mich, iss mich.
Wohlige Wärme empfängt mich und eine nicht minder hungrige andere Hälfte meines Haushalts ebenfalls. Die Uhr am Einbauherd zeigt kurz nach fünf. Das ist ja wie im Krankenhaus, sage ich zu ihm und werde schnell überzeugt, dass das egal sei, solange der Hunger treibt. Deshalb schmeiße ich alle Konventionen über Bord und wir sitzen wenig später bei unserer Brotzeit.
Jetzt, unsere Geschichten des Tages sind ausgetauscht und die Spuren vom Essen beseitigt, beginnt für uns beide das Abendprogramm. Ich schreibe, er geht ins Gym. Jede:r nach seinem Gusto. Apropos, ich muss gleich unsere neue Lieblingsserie „nachschauen“. Gestern habe ich den letzten Teil der ersten Staffel komplett verschlafen. Die Serie spielt 1979 in Palermo – passend zu unserm italienischen Vesper – und es gibt sie nur im Original mit deutschem Untertitel. Normalerweise nix für mich, aber die ist so gut, das muss sein. Ciao.

