#699 Schlickerkram

Wenige Sachen haben das Zeug dazu, uns sofort in die Kindheit zurück zu beamen. Schlickerkram, wie in Norddeutschland Süßigkeiten genannt werden, sind eins davon. In sämtlicher Couleur, unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und Konsistenzen haben wir alle unsere Favoriten. Ich wette, die meisten von euch haben ihre Vorlieben, wie ich es bereits gesagt habe, seit den Kindertagen. Als letzte Woche das Grünkohl-Paket kam, gab es, angeblich zum Löcher füllen, Naschkram dazu. Der geht immer weg, wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln, seien es Erfrischungsstäbchen oder Schokolade im Quadrat. Das ist bei uns nicht anders.

Seit Jahren habe ich mir keine Erfrischungsstäbchen mehr gekauft. Bei der Vorbereitung des Abendessens sind sie mir aus dem Kühlschrank, in dem ich sie deponiert hatte, ins Auge gesprungen. Jetzt locken sie mich mit ihrem flüssigen Kern. Das ist immer dann besonders gefährlich, wenn der kleine Hunger sowieso schon über die Schulter guckt.

Ich kann es nicht leugnen, die erste Reihe ist flugs verschwunden. Keine Ahnung, wie das passieren konnte. Aber mal ehrlich, jede und jeder von uns kann sich bei einer anderen Leckerei nicht beherrschen. In diesem Fall ist es nicht der Geschmack, der überzeugt, anderes mag ich lieber, sondern vielmehr die Erinnerung, die ich damit verbinde.

Meine Großeltern hatten oft welche daheim. Eben eine typische 70er-Jahre Spezialität, bei der die Verpackung heute fast genauso aussieht, wie damals. Schmecken tun sie, ekelig lecker zugleich. Mehr als eine Packung brauche ich allerdings nicht, doch die genieße ich, wie die damit verbundene Erinnerung. Naja, was Essen anbelangt, kommen sie aus derselben Kategorie wie Split und Nogger. Oder, auch schön, Schleckmuschel, Esspapier und Brausepulver in endloslangen Strohalmen, die ständig verklebten. Euch fallen bestimmt gleich dreimal so viele Beispiele ein. Später, in den 80ern, kamen dann für mich Schoko-Crossies hinzu, Hanuta und Twix, der damals noch Raider heißt, hinzu. Ach ja…

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