#707 es weihnachtet sehr

All, überall auf den Tannenspitzen
Seh‘ ich gold’ne Lichter blitzen
Und droben, vom Himmelstor
Schaut mit leuchtenden Augen,
Das Christkind hervor…

…so ungefähr lauten Zeilen in einem Weihnachtsgedicht, das, aus meiner Erinnerung zitiert, mir durch den Kopf geht, als ich mich heute zum Päckchenabholen begebe. Meine Oma hat es mir zu einer Zeit beigebracht, als ich noch willig war, Gedichte zu lernen. Getreu der Erkenntnis: was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr, wäre das inzwischen mit mehr Aufwand verbunden, zweifellos. Also greife ich auf den Schatz zurück, den ich beim Kramen im Gedächtnis auftreiben kann.

Aber darum geht es gar nicht. Ich wollte nur ein wenig angeben. Das sei schließlich auch mal erlaubt, zumal ich weitere dieser Nettigkeiten in Petto habe, euch allerdings heute damit verschone.

Nun, ich habe die Nachricht erhalten, dass mein Päckchen im Abholshop angekommen ist. Dazu habe ich ungefähr fünf Mails bekommen, die mich stets über den exakten Liefervorgang unterrichteten. Jetzt bin ich an der Reihe. Mein Ziel ist ein ehemaliger Kiosk bei uns um die Ecke.

Was für ein Erlebnis. Früher gab es hier mal Zeitschriften zu kaufen. Heute beschränkt sich das Sortiment auf Alkohol in sämtlichen Variationen und diverse Tabakwaren und sonstige Rauchwaren – alle legal versteht sich.

Neben dem ganzen Zeug befindet sich an der Seite ein Regal mit Paketen. Die anwesende Mitarbeiterin wechselt bei meinem Eintreten und ihrem Telefonat von deutsch kurz in ihre Muttersprache, legt ihr Telefon beiseite und fragt mich nach meinem Anliegen. Das ist einfach erklärt. Sie legt ihr Handy aus der Hand, um mein Päckchen raus zu suchen. Zu Legitimationszwecke werde ich lediglich nach meinem Namen und dem Paketdienst gefragt, der mein Päckchen transportiert hat. Sie wird schnell fündig und ebenso schnell quittiere ich ihr mit meiner Unterschrift aufs Pad, den Erhalt der Ware.

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