Es ist früher Abend, als die andere Hälfte meines Haushalts und ich beschließen, ins Fitnessstudio zu fahren. Ein wenig Kardiotraining, ein wenig Bauch-Beine-Po. Nein, er natürlich nicht (Zwinkersmiley), sondern Krafttraining in Vorbereitung der kommenden Triathlon-Saison. Es ist wirklich praktisch und hilfreich, Swim-Bike-Run mit ein paar Kraftübungen zu unterstützen. Außerdem ist im Dunklen mit Stirnlampe laufen nicht prickelnd. Da macht mir Laufbandtraining mehr Spaß.
Zuerst warm machen. Ich gehe auf den Stepper, er macht sich auf dem Rad warm. Anschließend – das ist neu und eine Erfindung meiner Begleitung – geht es zu einer Übung, die er „Beinschwingen“ getauft hat. Ich mache alles anständig mit und dann kommen Crunches dazu. Von wegen Bauch-Beine-Po. Tatsächlich finde ich Rumpfstabilität wichtig und gegen ein paar Muskeln an der Stelle gibt es nichts einzuwenden.
Schließlich lege ich es nicht darauf an, einen „gebuildeten“ Körper zu haben. Für mich ist das oberste Ziel, gut und fit durch den Winter zu kommen, damit ich im Frühjahr nicht bei Null starten muss. Mal ganz abgesehen davon, dass es meinem Schweinehund nicht zu wohl werden soll.
Zwischen all den Disco-Pumpern und ambitionierten Muskelaufbauer:innen, wirken wir zwei Alten bestimmt ein wenig exotisch. Aber das ist nicht schlimm, denn in der Männerumkleide, lauten die einschlägigen Berichte, geht es nicht minder exotisch zu.
Geduscht wird dort oftmals in Unterhosen, was ich bei uns Mädels tatsächlich noch nie erlebt habe. Gut, nicht alle duschen, manchen ist das daheim lieber. Aber nicht nackig unter der Dusche zu stehen, gibt es bei uns nicht.
Bei den Herren gibt es eine Dusche mit Vorhang. Diese war heute, der Erzählung nach, belegt. Unterhose nebst Handtuch hatte der Duscher in diesem Fall über die Vorhangstange geworfen. Scheinbar gibt es unter den Jungs mehr „Mädchen“, als wir uns gemeinhin denken würden oder was unser Weltbild an Vorurteilen parat hat.

