#710 es sneit, es sneit

Wer kennt sie nicht: Ohrwürmer. Gerade jetzt, zu dieser Zeit, werden wir von allen Seiten aus sämtlichen Lautsprechern berieselt, ob wir es wollen oder nicht. An manchen von ihnen, scheiden sich sogar die Geister. Es gibt Fans und es gibt jene, denen es komplett schnuppe ist, wer wem im vergangenen Jahr sein Herz geschenkt hat. Egal, wie sehr wir uns bemühen, diesen Umstand zu überhören, Melodie und Texte finden selbst aus weiter Entfernung ihren Weg in die Gehörgänge, wecken Erinnerungen.

Ich habe einen Ohrwurm, der mich jedes Mal zur Weihnachtszeit heim sucht. Der mich schon schier zur Verzweiflung brachte und mich jetzt mit einer schönen, warmen Erinnerung füllt. Wartet, ich erzähle euch die Geschichte.

Es ist Weihnachtszeit. So wie jetzt auch. A-Hörnchen ist im besten Kleinkindalter und geht voller stolz in den Kindergarten Mullewapp. Dort, in ihrer Franz von Hahn Gruppe, werden, wie das in Kindergärten üblich ist, fleißig Lieder für die Advents- und Weihnachtzeit gesungen. Sie ist voller Inbrunst dabei.

Singen gehört zu ihrer Lieblingsdisziplin. Zuhause haben wir ebenfalls ein großes Buch mit ganz vielen Liedern, die sie gerne interpretiert. Außerdem haben wir natürlich diverse Kassetten mit Kinderliedern am Start. Der Jahreszeit entsprechend, geht es um Winter und um Schnee.

A-Hörnchen singt mit Leidenschaft: „Es sneit, es sneit, tommt alle aus dem Haus, die Welt, die Welt, die Wiese pudert aus.“ Aha. Ich frage sie, was das bedeuten soll: die Wiese pudert aus und erkläre ihr in epischer Breite, was eigentlich gemeint ist. Sie schaut mich an und singt weiter: die Wiese pudert aus. Davon ist sie nicht abzuhalten. Selbst Veranschaulichungen mit Puderzucker, den ich auf Plätzchen rieseln lasse nützen nichts. Die Welt pudert aus, den ganzen Winter lang. Ein Umstand, der selbst heute meine Gedanken durchstreift, sobald die erste Schneeflocke den Boden berührt.

Teilen:

Weitere Beiträge