#711 bloß nicht bewegen

Von Nah und fern sind sie da. Aus RW, RZ, HN, MZ, LB, BB, WN, S, NT, GT, SÜW, HD, KA, H, GP, M, UL, LM, AA – das ist kein Scherz, das habe ich mir auch nicht ausgedacht, die Fahrzeuge stehen wirklich nebeneinander – EU, E, PF, SHK, HH, TUT, AB, GER, GRZ, ROW und TÜ.

Na, alle erkannt? Alle Ortsnamen? Wie Besucher aus dem Morgenland, nehmen sie unsere Hood in Beschlag.

Während ich unsere Straße entlang laufe, wir sprechen über maximal dreihundert Meter, notiere ich spaßeshalber die ortsfremden Kennzeichen. Ich bin neugierig. Wer besucht uns gerade? Wer parkt im Wohngebiet? Würde ich es ihnen gleich tun, wenn alle andere Möglichkeiten belegt, extrem teuer oder keine gescheiten Alternativen wie Park und Ride vorhanden sind. Hier ist es besonders schön. Keine störenden Parkscheinautomaten oder Anwohnerparkplätze. Da kommt Freude bei allen Besuchern des örtlichen Mittelaltermarktes auf. DER Attraktion hier.

Sind das Weihanchtszeitheimkehrer mit Insider-Wissen oder einfache Touristen, die den „Low Budget“-Reiseführer vorab verinnerlicht haben, frage ich mich?

Wir kennen das. Haben inzwischen gelernt, damit umzugehen. Aus diesem Grund heißt es alle Jahre wieder für uns: bloß nicht bewegen. Also unsere Fahrzeuge. Oder so spät oder früh nach Hause zu kommen, dass entweder noch nicht oder schon wieder Plätze frei sein. Damit wir nicht in den Reigen der Zockler und Sucher einsteigen müssen.

Wechselspiele. TUT bewegt sein Fahrzeug. AB steht bereit, um in die Bresche zu springen, während M zum x-ten Mal an mir vorbeirauscht. Der Sound des Elektro-SUVs ist unverkennbar. Einer der Kollegen von M parkt ziemlich gewagt die Kreuzung zu. S nutzt den Heimvorteil gegenüber GRZ und grätscht beim nächsten Stellungswechsel frühzeitig dazwischen. Ich bin inzwischen daheim angekommen, schließe das Hoftor hinter mir und bin gespannt, was die andere Hälfte meines Haushalts zu meiner Liste sagt.

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