#712 …und welcher Typ bist du?

Ich bin beim Sport. Im Pumper:innen-Werk und führe Feldstudien durch. Nein, das ist natürlich Quatsch. Ich schiele maximal für einen kurzen Augenblick auf den Monitor meines Nachbarn am Stepper. Aha, nur Stufe 10. Ich habe Stufe 12 „aufgelegt“. Zur Linken sehe ich Stufe 5. Das ist gut, gibt mir das Gefühl, besonders sportlich zu sein. Wenigsten beim Aufwärmen. Gleich reduzieren sich nicht nur meine Motivation, sondern auch meine Möglichkeiten rapide.

Gewichtheben ohne Gewichte. Ich hebe das Stangenkreuz ein paarmal hoch. Mein Ehrgeiz ist überschaubar, wie meine muskuläre Fitness. Tja. Ich bin im „Erhaltungsmodus“, im „mich bloß nicht überanstrengen Modus“ und im „nicht den Schweinehund wecken Modus“. Aber besser als nichts. Gleich geht es wieder zu den Crunches. Da zeigt sich mein Ehrgeiz tatsächlich ein wenig mehr, weil das immer eine meiner Paradedisziplinen ist. Ich bin etwas eingerostet aber es geht. Ich liege schwitzend auf dem Rücken, mein Bauch hebt und senkt sich in den Set-Pausen, Leckomio.

Zwischendurch läuft ein Typ mit Kopfhören durchs Studio. Hebt lässig die Hanteln zum Bizeps-Training. Er telefoniert, jedenfalls spricht er irgendwas vor sich hin, was wie telefonieren aussieht, während er seine Übungen macht. Nicht schlecht. Ich könnte weder die Hantel bewegen, geschweige denn dabei reden.

Ein anderer, klein, massig und mit Vollbart, stemmt die Langhantel mit Gewichten nach oben. Eins, zwei, drei, vier Scheiben. Halleluja. Die andere Hälfte meines Haushalts und ich sind beeindruckt und spulen unser eigenes Programm runter.

Zum Schluss ein wenig Laufbandtraining. Ich bin ganz weit weg von dem, was ich schon drauf hatte. Leider. Bedeutet, dass ich mich langsam wieder ran tasten muss. Kurz bevor ich mit dem durch bin, was ich mir vorgenommen habe, beschließe ich einen Durchgang dranzuhängen. Das puscht mich genauso wie der Gedanke an den Baumkuchen, der daheim auf mich wartet.

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