Der Lack ist ab. Das ist keine Frage sondern eine Feststellung und fällt denjenigen, die im täglichen Einerlei diesen Weg regelmäßig nehmen nicht mehr auf. Mir schon. Als Einkaufskomplex gestartet, fristet der Übergang zwischen Bahnhof Bad Canndings und der dazu gehörenden U-Bahn-Haltestelle am nahegelegenen Verkehrsknotenpunkt ein trauriges Dasein. Selbst der letzte bislang verbliebene Imbiss scheint endgültig die Segel gestrichen zu haben. Und so lädt die Verbindungsstrecke zwischen den beiden unterschiedlichen öffentlichen Verkehrsmitteln definitiv nicht mehr zum Verweilen ein.
Das Leben ändert sich. Ändert sich mit jedem Tag und jedes einst optimistisch begonnene Geschäft, ist an diesen trostlosen Orten zum Scheitern verurteilt. Ob das bei der Planung vorhersehbar war, frage ich mich. Was meint ihr? Gibt es im städtebaulichen Kontext einfach Plätze, die von vornherein für eine andere Nutzung besser geeignet gewesen wären als für Läden oder Restaurants? Ich kenne mich damit nicht aus. Würde allerdings vermuten, dass die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs an gewisse Voraussetzungen und Rahmenbedingungen geknüpft ist und durchaus bei der Planung Berücksichtigung hätte finden können.
Der Anblick leer stehender Läden macht mich traurig. Selbst der morbide Charme, der möglicherweise ausgestrahlt wird, täuscht, wie gesagt, nicht darüber hinweg, dass es sich um gescheiterte Existenzen handelt. Eine andere Möglichkeit ist, dass sich die Gepflogenheiten und Gewohnheiten dermaßen durch den Onlinehandel verändert haben, dass zu wenig für alle anderen übrig bleibt. Oder, wie hier auf dem Foto zu sehen ist, die Pandemie der Tristesse endgültig den Weg geebnet hat.
Nun, der Übergang existiert noch. Immerhin. Er ist der schnellste Weg von A nach B und hat damit seine Bedeutung nicht verloren. Auch das Parkhaus nebenan ist weiterhin da. Wir können diesen Wandel womöglich nicht aufhalten. Ein Stück weit wird er uns begleiten. Allerdings mag ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass es Mutige gibt, die es erneut versuchen.

