Bevor es richtig los geht mit den Plätzchen und dem Weihnachtsbraten, dem Geschenke auspacken und den weiteren Tellern mit Schokoweihnachtsmännern, diversen Süßigkeiten aus oder mit Marzipan und Nougat, gönne ich mir eine Butterstulle. Wobei „Butter“ in diesem Fall nicht die korrekte Bezeichnung ist. Obwohl, zugegeben, es von echter, „guter“ Butter mit dem bloßen Auge kaum zu unterscheiden ist. Meine vegane Butter. Hm, der Ausdruck ist ebenfalls nicht korrekt. Ich darf nichts durcheinander bringen und sollte eher: Brotaufstrich ohne tierisches Eiweiß sagen. Irgendwie in die Richtung, muss es jetzt ja wohl genannt werden, wenn ich mich nicht irre. Vielleicht ist es einfacher, wenn ich mein Brottopping Margarine nenne, dann wissen alle Bescheid.
Gar nicht leicht, den Überblick zu behalten. Allerdings ist unsere Sprache wunderbar vielfältig, dass eine genaue Bezeichnung kein Problem sein dürfte. In Verbindung mit englischen oder denglischen Wörtern fällt uns bestimmt was neues für vegane Salami oder für veganes Hackfleisch, veganen Käse und sonstige tierfreien Ersatzprodukte ein. Schließlich darf der Verbraucher nicht, wie sonst immer, in die Irre geführt werden. Das ist sehr wichtig. Als ob es keine anderen Probleme auf dieser Welt gibt.
Da lobe ich mir doch die Vielfalt, die unsere unterschiedlichen Dialekte sowieso schon her geben.
Dort lässt sich mit Sicherheit für dieses Problem eine Lösung finden. Kein Schwabe würde beispielsweise auf die Idee kommen, unter dem Begriff „Brödle“ Schrippen, Wecken oder Brötchen zu verstehen. Nein, es ist für alle eindeutig, dass hiermit Kleingebäck, also Kekse, gemeint sind.
Vollkommen logisch ist darüber hinaus die Bezeichnung „Pfannkuchen“, unter der alle in unserer Republik eine in der Pfanne gebackene Mehlspeise verstehen. Alle, außer den Berlinern, bei denen Berliner eben Pfannkuchen heißen. Kommt ihr noch mit?
Klar. Schließlich haben wir gerade zur Weihnachtszeit Erfahrung im Umgang mit Dingen, deren Sinn sich für uns nicht sofort erschließen mag.

