Wir steuern schnurstracks auf die längste Nacht des Jahres zu. Dann wird es besser. Die Tage werden länger und an dessen Ende streichelt uns der Frühling, wartet der Sommer auf uns. Heute allerdings genieße ich tatsächlich den Nebel, der uns den kompletten Tag über erhalten bleibt. Als am frühen Nachmittag die blaue Stunde ebenfalls im Nebel aufzieht, entschädigt es, finde ich, dafür, dass wir keine weiße Weihnacht haben.
Wenn ich es mir recht überlege, bin ich gar nicht sicher, ob das jemals der Fall gewesen ist. Das gute alte „früher war alles besser“ wird an dieser Stelle bestimmt oft bemüht. Doch war es das? Gut, Weihnachten mit Schnee ist wirklich schön. Vielleicht auch noch am ersten und zweiten Weihnachtstag. Aber dann? Schlittern im Schnee, Matsch, Streusalz, Karambolagen, Staus. Einmal habe ich es erlebt, dass uns auf der Autobahn Blitzeis getroffen hat. Das war eine ganz schön rutschige Angelegenheit, kann ich euch sagen. Im Schritttempo ging es voran. Und zwei kleine Kinder waren voller Ungeduld, weil sie endlich bei Ihren Großeltern ankommen wollten.
Also wird es insgesamt schwer werden, dass das Wetter exakt das bietet, was sich genau jede und jeder vorstellt, gut findet oder wünscht. Einmal gab es einen besonders harten Winter. Ob Weihnachten damals weiß war, erinnre ich nicht mehr. Aber der Winter war der Hammer. Unsere Straße war fast zwei Meter hoch zugeschneit. Eine riesige Schneewehe hatte sich durch den Wind auf unserer Terrasse gebildet, die wir Kinder zu einem Iglu oder igluähnlichen Gebilde umfunktionierten. Schulfrei gab es für uns Kinder und gehamstert, wie bei Corona, wurde teilweise ebenfalls. Ich kann mich erinnern, dass meine Mutter mit uns mit dem Schlitten zum einkaufen gegangen ist. Was für ein Abenteuer. Jedenfalls für uns Kinder. Ob die Erwachsenen das damals lustig fanden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

