Was für ein trauriger Anblick, denke ich mir, als ich einen Tag vor Weihnachten den Supermarkt verlasse. Der Baum von der Aktion hängt ähnlich schlapp in der Gegend wie ich. Ob er heute noch gekauft wird, frage ich mich und fühle mich in dem Moment genauso wie er aussieht. Ich bin mir nicht sicher, was das geben wird. Meine Symptome an diesem Dienstagvormittag sind indifferent. Wahrscheinlich hätte ich mich nicht aufgerafft, würde ich nicht Sorge tragen, dass meine Lieben ohne die letzten Einkäufe komplett unterversorgt wären. Das ist natürlich vollkommener Blödsinn. Der Kühlschrank ist bereits voll, doch es gibt immer ein wenig Luft für Optimierung, was gerade an Weihnachten für alle, die für die häusliche Verpflegung zuständig sind, ein Anliegen ist.

Und selbstverständlich kann ich die heikle Aufgabe der Abarbeitung einer Einkaufsliste nicht einer anderen, x-beliebigen Person, anvertrauen. Nicht bei diesen Feiertagen. Schließlich wäre es möglich, dass mir etwas superwichtiges beim Durchschlendern der Regalreihen ins Auge fiele, was nicht auf meinem Zettel steht. Katastrophe.

Beneidenswert finde ich diejenigen, die bei diesem Großereignis die logistische Herausforderung mit Ruhe und Entspanntheit angehen können. Mir gelingt das oftmals nur so semi gut. Obwohl ich schon mächtig stolz auf mich bin, denn es gab Zeiten, da habe ich wesentlich hektischer rotiert als in den letzten Jahren. Ja, auch ich habe dazu gelernt.

Ich habe besonders dazu gelernt, dass eine gute Verpflegung an den Feiertagen manches Wunder bewirkt und stets für gute Stimmung sorgt. Von dieser Warte aus betrachtet ist es nicht verkehrt, das berühmte: „in petto“ im Kühlschrank aufzubewahren. Das, was sich von selbst auf den Tisch zaubert. Das, was hungrige Tiger zähmt, launische Katzen schnurren lässt. Dafür lohnt sich der schweißtreibende Aufwand, die Planung, die hin und her Überlegerei allemal. Ich glaube, ihr wisst, wovon ich spreche. Fröhliche Weihnachten.

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