#727 etwas wächst

Vor ein paar Monaten schon berichtete ich euch von den beiden Amaryllis-Zwiebeln, die im Halbschatten meines Wohnzimmerbalkons übersommerten (#642 überwintern). Vergessen hatte ich sie dort. Wirklich. Einfach lieblos abgestellt und ihrem Schicksal überlassen, haben sie den Sommer trotzdem pflegelos überstanden. Dann, im September, hatte ich mich erinnert, dass sie im dunklen Keller zum Kräftetanken gelagert werden müssen, damit sie wieder blühen. Ganz schön kompliziert. Ende November schließlich holte ich sie aus ihrem Kellerversteck rauf und pflanzte sie ein. Seitdem warte ich gespannt, was passiert (#697 aus einer anderen Zeit).

Siehe da, es tut sich was. Ein wenig Pflege, etwas Wasser und gutes zureden meinerseits weckten sie vor kurzem aus ihrem Dornröschenschlaf. Wenn sie nun auch noch zu blühen beginnen, dann bin ich wirklich stolz auf meine gärtnerischen Fähigkeiten, die ich mir gar nicht zutraute. Deshalb freue ich mich zu sehen, dass sogar beide Zwiebeln austreiben.

Genauso wie dieses Wunder des Vergehens, Schlummerns und (hoffentlich) neu Erblühens habe ich heute in einer ganz anderen Sache erlebt. Jetzt, da ein wenig Muße Einzug in den Alltag hat, recherchierte ich ein in der Familiengeschichte. Ich staunte vorhin nicht schlecht, als ich in einem Archiv tatsächlich die Person gefunden hatte, nach der ich suchte. Sie ist eng mit meiner Geschichte (#386 schwarz) verbunden. Ein erster Hinweis? Fast scheint es mir, als würde sich die Tür des Vergessens um einen winzigen Spalt öffnen.

Soll ich näher treten? Näher heran gehen? Weiter recherchieren? Was wird mich erwarten? Ein längst vergessenes Grauen. Etwas, das sich außerhalb meiner Vorstellungskraft befindet. Nichts gemein hat mit dem, was ich kenne, was ich bisher erlebt habe. Möchte ich das wirklich, frage ich mich und kenne die Antwort. Natürlich, ja, ich muss erfahren, was passiert ist. Und so wächst in mir der Wunsch, unbeirrt meine Spur weiter zu verfolgen.

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