Langsam drängt sich ein Geräusch in meinen Traum, das ich nicht zuordnen kann. Etwas kratzt und schabt. Wo? Hä, was? Meine Geister werden allmählich lebendiger und ich bekomme eine Idee davon, warum. Etwas kratzt und schabt. Wo? Hä, was? Dann dämmert es mir. Das Geräusch kommt von draußen. Von der Straße. Ach ja, jetzt. Das ist der Winterdienst, der draußen den Schnee schippt.
Nun, diese Erkenntnis hat eine Weile gebraucht. Hmhmhm. Ich drehe mich um, ziehe mir die Decke über den Kopf und bin heilfroh, dass unsere Hausgemeinschaft diese Dienstleistung outgesourct hat. Ansonsten wäre es gut möglich, dass die andere Hälfte meines Haushalts und ich dran sind. Dran sind mit der Kehrwoche. Zu der gehört im Schwabenländle ebenfalls das Fegen des Gehwegs, wenn es schneit. Klar, in unseren Gefilden und mit zunehmenden warmen Wintern hielte sich der Aufwand in Grenzen. Trotzdem, die Verantwortung bliebe bestehen, weshalb ich jetzt wirklich genieße, nicht eingreifen zu müssen.
Meine Hand fummelt im Dunklen nach dem Display auf dem Handy. Halb sieben. Hätten wir nicht frei, müssten wir nun aufstehen. Ein weitere Grund, mich wieder unter die warme Decke zu kuscheln. Ich schlummre weiter und werde kurze Zeit später wieder von einem Geräusch geweckt. Dieses Mal brummt etwas undefiniert, scheppert, macht ein surrendes Geräusch, scheppert wieder. Oh ha, heute sind alle Dienstleister dran, die es rund um uns herum gibt. Denn das hört sich nach Müllabfuhr an. Wie gut, dass es sie gibt. Gerade rund um die Feiertage, wenn alle daheim sind, sind die Tonnen noch viel schneller voll als sowieso schon. Geht es uns gut, denke ich mir in diesem Zusammenhang und schaue wieder aufs Display, erlaube mir eine winzige Runde dran zu hängen und freue mich mit allen Sinnen darüber, dass so gut für mich gesorgt wird. Vielen Dank!

