Liebe Fangemeinde,
die Aufmerksamen unter euch werden es bemerkt haben: ich habe mich gestern nicht gemeldet. Nun, das ist die Neuerung, von der ich (#730 eine zündende Idee) sprach. Gestern hatte ich zu tun. Genauer gesagt, ich musste Geburtstag feiern. Da ich meinem Geburtstagskind meine uneingeschränkte Aufmerksam schenkte, gab es keine Geschichte von mir. Das war mir zu wichtig und deshalb zog ich den ersten Joker dieser Saison. Mein Ziel ist es, bis zum Ende 2026 eintausend Geschichten geschrieben zu haben. Ihr seht also, auf euch wartet genügend Lesestoff.
Nun, ich will von gestern berichten. Unserem Besuch im Spielcasino in Badendingsbums. Gediegen war es, wie die weitläufige Bezeichnung dafür ist, wenn das Ambiente stimmt. Gold, Glitzer, Glas, Marmor, roter Samt, dunkle Holzvertäfelung und Kronleuchter überall. Wer hat, der hat, kann ich nur sagen. Denn da waren sie. Überall. Die kleinen Fischlein und die großen Haie. Mit Geldscheinen in Hosentaschen und dem Weiß in den Augen. Egal, wo ich hinblickte, konnte ich Sozialstudien betreiben. Nicht nur das. Für die Schönen und die Reichen und die ganz schön Reichen lautete der Dresscode: Abendgarderobe. Ein dehnbarer Begriff für Geschmack und nach wie vor Auslegungssache.
Morgens, beim Frühstück, hatten wir eine schnelle Lektion in Black Jack von einem meiner Lieblingsmenschen erhalten. Sie hat das gestern souverän gemeistert. Genauso wie unser Geburtstagskind. Ganz im Gegensatz zu mir, sind diese beiden nicht mit leeren Händen raus gelaufen. Wie gesagt, wer hat, der hat. Aber ich wurde ebenfalls bezahlt. In anderer Währung, nicht in Geld. Kein schlechtes Geschäft für mich und meiner privaten Sammlung denkwürdiger Gestalten. Wie gesagt, immer wissend, dass ich ebenfalls eine darstelle. Besonders gelungen war für mich, dass ein Croupier exactamente so aus sah, wie die andere Hälfte meines Haushalts in seinen Zwanzigern. Wunderbar. Warum braucht es dann mehr?

