Ich bin im Bad. Die andere Hälfte meines Haushalts ebenfalls, bereit, um nach seinem Lauftraining unter die Dusche zu gehen. Ich schaue ihn mir an und stelle fest, dass er eine komisch verfärbte nasse Socke am linken Fuß hat. „Nanu“, frage ich ihn, „wo bist du denn reingetappt?“ Er schaut unschuldig drein. Ich schaue fragend zurück.
„Ach, das willst du nicht wissen.“ Bei dieser Äußerung werde ich misstrauisch. „Wieso, was ist passiert?“ „Mal schauen, ob du was entdeckst“, ist seine Antwort. Ich scanne den halbnackten, mir gegenüberstehenden Mann genau. Achte auf blaue Flecken, Schürfwunden und dergleichen und bohre besorgt nach: „Bist du im Dunklen gestürzt? Oder von einem Hund angefallen worden?“ Beides ist schon vorgekommen, deshalb laufen meine Gedanken in diese Richtung.
„Nein“, antwortet er und beginnt ein wenig zu grinsen. Jetzt schrillen meine Alarmglocken. Was hat er angestellt?, frage ich mich sofort. Ich kenne ihn schließlich. „Wenn dir bislang nichts aufgefallen ist, dann ist es nicht schlimm“, tut er kund wobei sein Grinsen breiter wird. Ich schaue weiterhin skeptisch auf ihn, bin innerlich auf alles gefasst, warte auf die Erklärung. „Ich habe den Mixer nicht richtig verschlossen. Das Zeug ist explodiert und hat die Sicherung raus gehauen“, gefolgt von der Anmerkung: „zum Glück warst du nicht da, das war eine schöne Sauerei. Aber ich habe alles wieder sauber gemacht. Siehste. Du hast nichts gemerkt.“
Ich ziehe eine Augenbraue hoch. Doch, mir war tatsächlich aufgefallen, dass zwei Küchenrollen gleichzeitig auf der Kücheninsel stehen. Hin und her gerissen zwischen der Erleichterung, dass er nicht zu Schaden gekommen ist und dem Zweifel, ob ich in der Küche vielleicht doch Spuren seines Malheurs finde, muss ich ebenfalls lachen. „Ja, zum Glück habe ich das Chaos verpasst. Nur die Uhr am Herd muss wieder neu eingestellt werden.“ Sonst nix.

