Ich nehme es gleich vorweg: das Beste am heutigen Tag, den ich ansonsten eingegraben in und umzingelt von Zahlen verbrachte, ist die Tatsache, dass es abends später dunkel ist. Es wird. Allmählich. Ganz langsam. Im Umfang, wie die Tage langsam länger werden, keimt Hoffnung auf. Der gute Geist kehrt in meine alten Knochen zurück und belebt mich mit Ideen und Flausen und allem, was ich demnächst tun könnte.
Ich schmiede Pläne, verwerfe sie wieder, denke mir am laufenden Band neue aus. Ich muss an meiner Fitness arbeiten und an meinem Buch und daran, wie der Garten demnächst aussehen soll und wann ich wohin unterwegs sein werde. Alles wichtige Dinge, deren Umsetzung Freude bereitet. Aber alles zu seiner Zeit.
Heute bin ich zufrieden. Annähernd mit meinem beruflichen Tagewerk, mehr noch mit dem Himmel über und dem Anblick vor mir. Mit dem Feierabend und der Aussicht auf gebratene Knödel zum Abendessen. Ich finde, es geht mir gut an diesem Dienstag im Februar. Ich steige ins Auto, wähle über die Freisprechanlage die Nummer eines einst sehr kleinen, frechen Mädchens. Ein wenig Unterhaltung auf der Rückfahrt ist stets willkommen. Mal sehen, was es Neues in Norddeutschland gibt.
Daheim wartet die andere Hälfte meines Haushalts. Nicht mit dem gedeckten Abendbrottisch, dafür mit versprengten Erdklümpchen, die er von draußen reingeschleppt hat. Da ich mich heute über nichts aufrege, fege ich die Krümel schnell zusammen. Nachdem das erledigt ist, stelle ich die Pfanne auf den Herd. Bald brutzelt es. Knödel sind gebraten fast noch besser als frisch gekocht. Aber das ist, weiß Gott, keine neue Erkenntnis. Wir lassen es uns schmecken, erzählen uns vom Tag. Und jetzt? Jetzt schreibe ich, wie immer, meine Gedanken zusammen. Beflügelt vom Bewusstsein, dass Kleinigkeiten der Sand im Glas mit den Steinen ist. Er füllt die Lücken.

