Heute morgen trödelte ich herum. Erst dies und das. Spülmaschine aus- und Geschirr einräumen, Wäsche aus dem Trockner holen, schnell in der Bäckerei vorbei, bevor ich mein Auto bestieg, um zur Arbeit zu fahren. Da befand er sich schon – ungewollt – und völlig ohne mein Zutun, in der Tüte in meiner Hand. Der fluffige Berliner.
Mit Puderzucker überzogen und süßem Kern aus Erdbeermarmelade. Lecker. Ich gebe es unumwunden zu, Berliner gehören zu meinem Lieblingsgebäck. In guter Tradition ist es im Karneval nur eine Frage der Zeit, wann ich ihnen nicht widerstehen kann, wie sie dort unschuldig lockend vor mir in der Auslage in der Bäckerei liegen.
Mein Opa, ein gebürtiger Berliner aus Pankow, sprach selbstverständlich nur von Pfannkuchen. Wenn ich es überdenke, gehören Berliner-Pfannkuchen zum ersten bilingualen Wort in meinem kindlichen Sprachschatz.
In Anbetracht der Sauerei, die Puderzucker auf schwarzem Sitzpolster verursacht, riss ich mich zusammen, lies ihn in der Tüte, bis ich im Büro ankam. Doch zur ersten Tasse Kaffee, noch vor dem Einloggen auf dem Server, rieselten feine, weiße Flöckchen auf meine Tastatur, die ich beherzt wegpustete. Alles okay. Während das System hochfuhr, widmete ich mich meiner Leckerei. Ein Schlückchen Kaffee, ein beherzter Biss. Immer abwechselnd. Nun, ein paar Sünden müssen eben sein, sonst wäre das Leben völlig einfallslos.
Gibt es eigentlich einen besonderen Grund, warum Schmalzgebäck das bevorzugte in der närrischen Zeit ist? Habt ihr eine Ahnung? Mit Sicherheit würde ich eine Erklärung im Netz finden. Allerdings, finde ich, muss nicht jedes Geheimnis gelüftet werden. Ich kann gut damit leben, nur zu genießen ohne alle Details diesbezüglich zu kennen. Und ich könnte mir vorstellen, es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass das nicht der Erste und Letzte in dieser Session war. Bevor es zum Fasten geht, ja, da darf ich mir noch richtig was erlauben.

