Die Damen der Wassergymnastik verlassen das Wasser. Sie gehen, wir kommen. Staffelübergabe an uns unter der Dusche. Wir kennen uns langsam, nicken uns freundlich zu. Vorher haben sie ihre bunten Schwimmnudeln zurück in das große Behältnis am Beckenrand geräumt. Die Bauchgurte trocknen auf den beheizten Bänken vorm Fenster. Die Trainerin schaltet die Musikanlage aus und verstaut alle anderen Utensilien im Zeugraum hinterm Kinderland. Die Mitglieder unserer Schwimmgruppe betreten die Schwimmhalle, während die Bademeisterin bereits strenge Anweisungen gibt, an welchen Stellen die rotweißen Leinen zur Bahntrennung eingezogen werden müssen.
Neunzig Minuten später. Das Schwimmtraining liegt hinter mir. Zehn Mal dreihundert Meter, mit und ohne Startsprung, in unterschiedlicher Geschwindigkeit, mit unterschiedlichen Hilfsmitteln. Abwechslungsreich. Kraft- und Ausdauertraining am Montagabend. Ja, nun gut, drängt mich nicht, ich gebe es zu, ich habe ein-, zweimal abgekürzt. Aber trotzdem ist eine schöne Strecke zusammen gekommen. Ich bin zufrieden und rechtschaffend k.o. als ich zu meiner pinken Schwimmtasche greife und mich auf den Weg zum Duschraum begebe. Es ist stets mit einer kleinen Anstrengung verbunden, wenn ich die Schwerelosigkeit des Wassers verlasse und mich wieder „an Land“ begebe.
Noch erhitzt von der ausreichenden Belastung des Trainings, ist der Duschraum zu dieser Uhrzeit eine Eiskammer. Die Dame, die uns dort in wehendem Rock begrüßt, ist da vielleicht anderer Ansicht als wir, die wir gemeinsam vor uns hin zittern. Erst wenn alle Duschen laufen, wir quatschend unterm Wasserstrahl stehen, wird es besser. Überhaupt schaffen wir es mühelos ohne Punkt und Komma zu reden und die Neuigkeiten auszutauschen, für die uns während des Trainings der Atem fehlt.
Heute haben sich ein paar von uns verquasselt. Selbst dem Bademeister ist das aufgefallen. Kommt vor. Neben dem Sport ist das ein schöner Grund, warum wir uns alle montags abends bei nasskaltem Wetter vom Sofa aufraffen und ins Training gehen.

