Ich weiß natürlich nicht, wie es euch geht, dennoch glaube ich, dass ihr mir beipflichtet, wenn ich sage: der Frühling ist nicht mehr weit. Jedenfalls hat es den verlockenden Anschein, schaue ich in meinen Garten und bestaune die ersten Schneeglöckchen dieser Saison. Ihr, wie auch ich, können es wohl kaum erwarten, dass sich das erste zarte Grün, die ersten bunten Farben des Jahres zeigen. Bin gespannt, wann das erste Mal ein Hauch von Frühling in der Luft auszumachen ist. Hoffentlich bald.
Oder nicht? Heute erreichten mich Fotos aus Norddeutschland. Dort verteidigt der Winter sein Territorium, ist beharrlich und zäh, wie ich erzählt bekomme. Nun, den Vorteil haben wir hier im Südwesten, es ist immer ein wenig schneller warm. Aber warten wir es ab, schließlich kann uns der Winter immer noch nasskaltes Nieselwetter bescheren. All das erhöht dann, zumindest bei mir, die Vorfreude auf den Frühling. Außerdem ich bin momentan froh, dass es nicht schon zur nachmittäglichen Tee-Stunde dunkel ist. Immerhin ein Lichtblick. In beiderlei Hinsicht.
Schaue ich in meinen Garten, wartet dort ein ganzes Stück Arbeit auf mich. Der Schnitt meiner Hecke hat den Haufen mit Geäst ganz schön anwachsen lassen. Als mich vergangene Woche die andere Hälfte meines Haushalts bei dieser Arbeit antraf, schaute er ziemlich verdutzt drein und äußerte sofort: „wir haben doch gerade Grüngut weggebracht.“ Ja, schon klar. Nur nach der Gartenarbeit ist halt, wie im Fußball, vor der Gartenarbeit. Leben bedeutet Wachstum. Dieser Umstand allein hält jede Gärtnerin und jeden Gärtner auf Trab.
Um ihn nicht zu überfordern, lagere ich das Schnittgut erstmal bei mir und bringe es nach und nach in der braunen Tonne unter. Dauert dann zwar eine ganze Weile, bis alles weg ist, aber funktioniert ebenfalls und macht weniger Aufwand. Obwohl, genau das, das ist, was beim gärtnern Freude bereitet.
