Endlich. Endlich kann ich mich aufraffen, mir ein Herz fassen und mich wieder selbst zum Joggen überreden. Zum Joggen draußen, nicht auf dem Laufband wie in den vergangenen Wochen. Und ich muss gestehen, ich freue mich sogar ein klein wenig darauf. Das ist genau richtig, oder?
Heute bläst kein eisiger Wind mehr so wie gestern. Es ist zwar frisch, jedoch erträglich. Vorm Loslaufen durchwühle ich meinen Schrank. Die warmen Joggingklamotten haben es bisher nicht ins reguläre Fach geschafft. Dazu war ich den Herbst und Winter über zu faul. Das ist zwar peinlich, entspricht allerdings der Tatsache, der ich hiermit schonungslos ins Auge schaue.
Ich hieve die Sportkiste mit Winterklamotten runter und suche nach den mir vertrauten Sachen. Alt sind sie schon ein bisschen, aber wer soll sich daran stören? Ich passe noch rein. Das ist die Hauptsache. Da die Farbe Schwarz nie aus der Mode kommt, habe ich wenig zu befürchten. Dann suche ich meine lange, gefütterte Hose, eine Shorty zum drüberziehen und die passende warme Jacke, mein Bufftuch und die Mütze zusammen. Das kratzige, dafür sehr warme Unterhemd aus Merinowolle lässt mich vielleicht schneller rennen, weil ich es schneller wieder ausziehen möchte, denke ich mir, als ich es überstreife.
Ich überlege, ob ich mein Handy unterwegs brauchen kann und suche nach einer passenden Hülle, die ich nicht finde, also bleibt es, wo es ist. Ist eh viel zu umständlich das mitzuschleppen. Jetzt noch die Polar ums Handgelenk schnallen, schließlich muss der erste Outdoorrun des Jahres dokumentiert werden.
Ich winke dem Schweinehund zum Abschied zu und laufe los. Meine altbewährte Nymphaea-Runde zum Einstieg. Das habe ich mir vorgenommen und es geht gut. Besser als erwartet. Schnell finde ich mein Duracell-Tempo. Es ist wenig los, was mir gelegen kommt. Nur ein wenig Vogelgezwitscher und ich. Wunderbar.

