Es ist schon ein paar Tage her, genauer gesagt war es vergangenen Samstag soweit, dass der Valentinstag gefeiert wurde. Jedenfalls von einigen unter uns. Blumen, ja ein Strauß Rosen oder dergleichen, waren das bevorzugte Mitbringsel von einem Verliebten zum anderen. Oder aufwendigere, sprich teurere Dinge? Vielleicht auch. Gegenteilig zu diesen kleinen Aufmerksamkeiten oder größeren Geschenken kursierte im Netz die Kolportage, dass es bei Verheirateten oftmals nichts gibt.
Ich weiß natürlich nicht, wie ihr es handhabt, ich dachte weder an diesen Brauch, noch erwartete ich etwas. Deshalb vermisste ich nichts, als die andere Hälfte meines Haushalts am Samstag nur mit Brötchen vom Bäcker zurück kam und nicht zusätzlich einen Strauß Blumen dabei hatte. Erst später war mir aufgefallen, dass Valentinstag ist. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich nicht mit dieser Tradition aufwuchs. Meine Partnerschaft messe ich ebenfalls nicht daran, ob ich Blumen geschenkt bekomme. Das ist irgendwie nicht anders als Muttertag. Klar, freue ich mich über eine kleine Aufmerksamkeit. Wer macht das nicht? Jedoch sagt mir in beiden Fällen mein Herz mehr, als alles andere es tun könnte.
Für Blumengeschäfte scheint das keine Option zu sein. Da wird Tage danach immer noch auf diesen einen, besonderen Tag hingewiesen, wie ich es heute im Vorbeilaufen sah. Allerdings muss ich zugeben, dass mir zuerst die Dekoration auffiel. Der kleine, weiße Bistrottisch samt verschnörkelter Stühle, die zum Verweilen einladen. Auf dem Tisch eine Vase mit Tulpen. Frühling. Sonnenschein. Endlich. Eine kleine Oase im Kontrast zum Spiegel der umliegenden Gebäude. Da hätte ich gerne Platz genommen, meine Nase in die Sonne gehalten und dem Summen der Insekten zuhören wollen.
Ich blieb vor dem Schaufenster stehen, machte ein Foto. Dabei erinnerte mich, wie schön es ist, wenn das Einheitsgrau verschwindet und es überall bunt wird. Mich erfasste sofort die Vorfreude auf den nahen Frühling.

