Sonntag. Sonnenschein und eine Aufgabe, die ich endlich in Angriff nehmen will, nehmen muss, sonst wird das nix. Ich muss langsam aber sicher meine sportliche Form aufbauen. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Nach den ersten Erfolgen im Gym, habe ich seit einigen Wochen das Laufband gegen die Straße oder den Spazierweg getauscht. Jetzt heißt es dranbleiben und den Streckenumfang peu a peu erweitern. Sicherheit gewinnen, schneller werden. Gut, das wird schwierig, weil mein Pensum nicht annähernd das ist, was dazu nötig wäre. Ja, ja ich weiß, daran muss ich arbeiten. Wenigstens kenne ich meine Herausforderung.
Heute ist es, wie soll es anders sein, sehr voll auf meiner Heimatstrecke am Neckardings. Kind und Kegel ist dabei. Familien, Hundebesitzer:innen, verliebte Pärchen, Angler:innen, Inlineskater:innen, Jogger: innen und Radfahrer:innen sämtlicher Alters- und Fähigkeitsklassen. Dazu müsst ihr wissen, dass der Weg nicht überall ausreichend breit ist, um Menschen und Tieren Platz zu bieten. Deshalb ist Rücksichtnahme das Maß der Dinge. Ein Unterfangen, das nicht allen Beteiligten gleichgut gelingt. Jedenfalls ist das meine Beobachtung, während ich meinen zehn Kilometer-Lauf absolviere. Ich muss Slalom laufen, auf meine Umgebung achten. Aber jeder und jede hat schließlich eine Berechtigung, hier das schöne Wetter zu genießen.
Auf meinem Rückweg habe ich den Eindruck, als ob die Büsche und Bäume, die meinen Weg säumen, einen Tick grüner sind als auf dem Hinweg. Nun, das kann gar nicht sein, schließlich bin ich nicht sooo lange unterwegs, wie ihr meinen könntet bei der Aussage. Wahrscheinlich war es nur das Licht.
Geblendet davon, bin ich jetzt sehr froh über die sich abzeichnende politische Entscheidung in unserem Ländle. Ganz früh waren die andere Hälfte meines Haushalts und bereits an der Wahlurne. Was für ein Glück. Wir habe eine Wahl. Wie auf dem Spazierweg müssen wir lernen, alle Bedürfnisse möglichst unter einen Hut zu bringen.

