„Ineinandergeschoben“ ist ein ziemlich langes Wort. Jetzt vor mir, in schwarz und weiß, sieht es irgendwie aus, als ob ich die Korrektheit der Rechtschreibung prüfen sollte. Es irritiert mich. Allerdings hat das mitunter wenig zu sagen. Tatsächlich, der Duden ist d’accord mit meiner Schreibweise. Geht euch das auch so, dass ein Wort plötzlich verstörend komisch wirkt?
Lassen wir Rechtschreibung, Rechtschreibung sein und wenden wir uns den säuberlich ineinandergeschobenen Einkaufswagen zu. Das sind eine ganze Menge, die dort an der Hauswand stehen. Scheinen sich über eine geraume Zeit angesammelt zu haben. Das ist viel Ordnung bei einem Gegenstand, der dort nichts zu suchen hat. Vielmehr sollten sie zum Supermarkt zurück gebracht werden, dort gehören sie hin.
Leider scheint eine ordentliche Anzahl an Einkäufern und Einkäuferinnen dazu keinen Drang verspürt zu haben. Allerdings, kleinlich sind sie trotzdem, möchten sie die Münze raus haben, die sie als Pfand dort einmal eingeworfen haben. Lustig, oder? Nach dem Motto: „Hey, ich bin so cool und nehme meine Einkäufe direkt im Wagen mit nach Hause – mir völlig egal. Dann stelle ich den einfach ab. Wird sich schon irgendjemand darum kümmern“, um dann doch spießig zu sein, und eben bereits erwähntes Geldstück wieder raus zu holen. Dafür sind diese Einkaufenden anscheinend nicht zu faul.
Oder ist es in Wirklichkeit komplett anders? Ist es ein altes Mütterchen oder ein altes Väterchen, dass nicht schwer heben kann und deshalb die Einkäufe auf diese Weise transportiert und einen Deal mit dem Jungen von nebenan hat, der die Einkaufswagen regelmäßig zurück bringt? Wer weiß das schon?
Oder ist es Kunst? Eine Installation? Ein Objekt des Alltags entfremdet von seiner natürlichen Umgebung um Passanten wie mich zum Nachdenken anzuregen? Wer weiß, wer weiß.
Tja, wahrscheinlich ist das ein Ding, das nur mir auffällt, weil der Einkaufswagen mein Ikon ist.

