Meilenstein 16 – herrjeh – darauf bin ich gar nicht vorbereitet. Ich kann euch sagen, dass die Meilensteine oft ebenso unverhofft vor mir auftauchen, wie Weihnachten, Ostern und alle Geburtstage zusammen. Heute ist ein ganz besonderes Jubiläum, fällt mir in diesem Zusammenhang auf, schließlich ist heute Ostersonntag, was reiner Zufall ist. Aber so ist das halt manchmal. Geplant habe ich das jedenfalls nicht, selbst wenn ihr das meinen würdet. Und wie das mit Feiertagen, Jubiläen und dergleichen sich manchmal verhält, steht mir der Sinn heute gar nicht nach einer Zäsur, einem Innehalten oder dergleichen. Im Gegenteil und deshalb feiere ich das Fest nicht, wie es fällt.
Für heute habe ich nämlich eine ganz andere Geschichte parat: meinen Kampf gegen die Elemente und ausnahmsweise nicht gegen meinen inneren Schweinehund. Der sitzt brav in der Ecke und lässt mich durch, denn ich will joggen gehen. Zehn Kilometer, hatte ich mir bereits gestern Abend vorgenommen. Easy, flache Runde, und mir dazu bei Komoot einen Vorschlag runter geladen. Auf der Karte sah es machbar aus und wenig kompliziert: gerade aus bis zum Kreisverkehr, gerade aus weiter und in Kotzenbüll links abbiegen. Dann wieder nach links in Richtung Eiderdeich. Voila. Dann wäre ich wieder da. Das kenne ich, wenigstens ein bisschen, jedenfalls die Strecke bis zum Kreisverkehr und später an der Eider entlang.
Nun, natürlich kam es anders als gedacht und ich nehme es vorweg: ich musste gerettet werden, denn ich hatte mich heillos verrannt.
Der Wind blies heftig, klapperte schon während der Nacht an den Rollläden und die Wetter-App hatte die weiß-rote Fahne gehisst. Mir war also bewusst, auf was ich mich einlassen würde, als ich loslief. Zu meiner Überraschung war er nich schneidend kalt, sondern fast mild, was mich dazu veranlasste, mein Halstuch und meine Windjacke auszuziehen. Klasse, das läuft besser als gedacht, …
– Fortsetzung folgt –

