… dachte ich zu diesem Zeitpunkt in fröhlichem Einklang mit mir, meinem Sport und den Wetterbedingungen.
Als ich den Ortsrand passiert hatte wurde die Hausnummer größer. Der Wind hatten nun einfaches Spiel mit mir aber ich stemmte mich gegen ihn, kam er doch nur von schräg vorne. Grundsätzlich mag ich Wind sehr gerne und deshalb ließ ich mich nicht beirren.
Dann kam Kotzenbüll, ich musste links abbiegen und lief gegen eine Wand. Wumms. Ich stemmte mich gegen ihn. Mit ausgebreiteten Armen hätte ich abheben können. So versuchte ich mich nicht von der Straße fegen zu lassen und nahm vorsichtshalber meine Mütze vom Kopf, bevor mir der Wind zuvor kam. Ich atmete schwer, mit offenem Mund und merkte, wie er mir meine Backen aufpustete, mir Tränen in die Augen trieb, dass ich abwechselnd das linke oder das rechte Auge zukneifen musste. Keine Menschenseele weit und breit. Nur Wiesen und Felder und Schilfgras. Verdutzte Mutterschafe schauten mich an. Ich sah förmlich, wie es in ihren Köpfen rotierte: was macht die denn da?
Die nächste Linksabbiegung müsste langsam kommen, dachte ich bei mir, als ich den Kilometerstand auf meiner Uhr anschaute. Ah, da vorne, ein Ortsschild. Wie, noch fünf Kilometer? Kann das sein? Nein. Wo ist der Fußweg neben der Bundesstraße? Hatte ich mich verlaufen? Tatsächlich. Ich merkte, dass ich weit von meiner geplanten Route abgekommen war. Shit, was nun?, fragte ich mich.
Wir wollten zum Brunch und ich hätte schon längst wieder zurück sein sollen, denn es war viel später, als gedacht. Schnell resümierte ich meine Optionen. Nach links auf die Landstraße abbiegen? Zu gefährlich, zu weit. Gerade aus weiter? Zu weit. Wieder zurück? Ebenfalls zu weit. Also stellte ich mich ins Bushäuschen, rief meine Rettung an und wartete darauf, vom Besenwagen eingesammelt zu werden. Selbst auf dem platten Land sind Irrwege nicht ausgeschlossen.

