#872 von Fliegen und roten Köpfen

Wow, mein Kopf ist knallrot und der Schweiß läuft mir buchstäblich in Rinnsalen über Stirn und Schläfe. Auch noch ganz woanders. Aber dazu schweige ich lieber. Heute war ich sage und schreibe das zweite Mal in dieser Woche wieder eine Runde laufen. Nach einer Ewigkeit. Das hat gut getan. Ich war langsam, die Strecke kaum der Rede Wert und trotzdem bin ich froh, mich aufgerafft zu haben. Joggen ist dann doch mit weniger Aufwand verbunden als Rad fahren, selbst wenn es mir insgesamt weniger Spaß macht. Egal. Die Bewegung zählt und davon hatte ich in letzter Zeit zu wenig.

Ich stehe im Bad. Streife mir die nassen Klamotten vom Leib und betrachte mein Gegenüber im Spiegel. Na gut, ist halt so, denke ich bei meinem Anblick mit einer Mischung aus: Mist, du sahst mal fitter aus und: och, geht eigentlich – Gedanken. Ich taste mich ans kalte Wasser heran. Komisch, ich verglühe förmlich und habe dennoch die Befürchtung frieren zu müssen. Deshalb drehe ich erst auf lauwarm und dann auf kalt.

Die Dusche hat wenig gebracht. Mir ist weiterhin warm und mein Gesicht befindet sich nach wie vor im Status eines Sonnenbrandes. Sowas ähnliches, einen roten Kopf meine ich, habe ich vorhin schon gesehen, als sich mehrere Fliegen über die Reste meines Früchtequarks hermachten. Anstatt sie weg zu scheuchen, wie ich es für gewöhnlich ganz automatisch tue, ließ ich sie gewähren und holte mein Handy raus.

Bei näherer Betrachtung fand ich, sahen sie irgendwie beeindruckend aus. Der metallene Körper mit seiner Behaarung, der Rüssel, den sie in meine Reste eintunkten, die eckig wirkenden Beinchen und fragilen Flügel. Ein Wunder der Natur. Flink waren sie unterwegs, sprunghaft und schwer zu erwischen. Es hat mich einige Versuche gekostet aber ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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