Ich packe mein Handy wetterfest ein und verstaue meine Taschen. Die Kühltasche mit dem Eis und den MoPro-Artikeln kommt in den Korb nach hinten auf den Gepäckträger. Den Rucksack ziehe ich auf den Rücken, logisch. Ich verknote die Trageriemen der Jutetasche ein paar Mal, damit diese kürzer werden und nicht zu sehr hin und her schlenkern, wenn sie am Lenker hängen. Dann schwinge ich mich aufs Rad.
Es ist nass. Ich merke augenblicklich, wie die dicken Tropfen mein T-Shirt, meine Shorts durchdringen. Meine Brille beschlägt und ich blinzle über sie hinweg um zu sehen, wo ich hinfahre.
An der Ampel werde ich ausgebremst. Sie steht auf rot und springt mit Sicherheit auch nicht ohne mein Zutun um. Also stelle ich mein Rad unter dem Vordach eines Hauses unter, laufe zum Drücker und halte mich danach abfahrbereit. Dabei überlege ich, welchen Weg ich nehme. Wo fahren die wenigsten Autos, wie komme ich am schnellsten heim. Ich habe mehrere Möglichkeiten. Dann geht er weiter, der wilde Ritt durch die Elemente. Spontan entscheide ich mich für die Strecke, an der Hauptstraße entlang, die ich normalerweise nie nehme und ignoriere beim Rechtsabbiegen die rote Ampel.
Ich fahre vorsichtig, vorausschauend und balanciere dabei mich, meine Einkäufe auf meinem Rücken, im Korb sowie die Sachen, die im Stoffbeutel am Lenker hängen über die nächste Kreuzung. Meine Sandalen bekommen einen ordentlichen Schwall Pfützenwasser ab. Das T-Shirt klebt mir schwer am Leib. Die Shorts ebenso. Ich fühle, wie BH und Unterhose ihren Widerstand aufgeben. Ich bin Nass bis auf die Haut.
Während ich radle, versuche ich bewusst die Nässe zu spüren. Den warmen Sommerregen auf meiner Haut sogar zu genießen. Herrlich, es passiert mir nichts. Gleich abtrocknen und umziehen – so what. Wann hatte ich das Gefühl das letzte Mal?
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