#911 das erste Mahl

Mittagspause. Der Server war mit einem Update beschäftigt und mich trieb die Frage um: was koche ich heute? Wie immer vor den großen Ferien, war und bin ich von der Idee besessen, meinen Kühlschrank bis auf den hintersten Winkel leeressen zu wollen. Alle Reste mussten und müssen weg bevor es los geht. Zum einen, damit nichts verdirbt während wir unterwegs sein werden. Das wäre bedauerlich. Zum anderen, weil es bis auf die Reste sowieso keine Alternativen für mich gab, wollte ich etwas zwischen die Kiemen bekommen.

Er war überschaubar, wie gesagt, der Anblick, der sich mir bot. Ungefähr kurz vor trostlos. Aber genau das bezwecke ich schließlich. In diesem Füllzustand wurde leider zusätzlich sein Verschmutzungsgrad sichtbar. Auch das ein weiteres to-do auf meiner Reisevorbereitungsliste, das ich in den nächsten Tagen erledigen will.

Ihr kennt mich gut, wenn ihr glaubt, dass ich mir bestimmt einige Gedanken ob meines heutigen Mahls im Vorfeld machte. Ja, das ist richtig, deshalb ging es schnell. Heute gab es meinen Evergreen, d e n Klassiker schlecht hin. Das erste Gericht, das ich überhaupt selbstständig nach einer Anleitung zubereitete.

Wieder so ein komisches Ding, oder? Dass mir das in Erinnerung blieb. Wahrscheinlich ist es dem geschuldet, dass ich das Rezept aus einem meiner damaligen Lieblingsbücher entnahm und daran, dass ich die Zutaten nach wie vor sehr lecker finde.

Fünf Zutaten und ein Backofen waren für die Zubereitung notwendig: Blätterteig, Käse, Schinken, Oregano und Ei. Das Ei musste ich weg lassen, es gab keine mehr. Die Arbeitsanleitung erspare ich euch, das könnt ihr euch zusammen reimen. Jedenfalls duftete es nach kurzer Zeit herrlich aus dem Backofen und ich war wieder zwölf Jahre alt. Als die Eieruhr endlich klingelte, verbrannte ich mir die Finger und die Schnüss gleich mit, weil ich viel zu gierig reinbiss.

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