Was ist passender, als zu meinem neunzehnten Meilenstein eine Geschichte über Bücher zu verfassen? Also zu denjenigen, die übrig geblieben sind, denn unsere Renovierungstätigkeiten brachten es mit sich, dass wir unser Bücherregal im Wohnzimmer aus- und wegräumen mussten.
Eine gute Gelegenheit, ein wenig abzustauben und neu einzuräumen. Immer mit der Frage im Hinterkopf: brauche ich das noch? Nun, gerade bei Büchern eine berechtigte Frage. Einmal gelesen, ist die Spannung vorbei. Sie sind dann quasi „fertig“ oder „abgearbeitet“. Und mit dem zunehmenden Hörbuchangebot, werden die gebundenen Exemplare weniger, muss ich feststellen und gleichzeitig zugeben.
Doch Büchern wohnt der Zauber inne, als Erinnerungen zu fungieren. Nachdenklich, heilsbringend, fürsorglich, beschützend oder lustig begleiten sie das eigene Leben. Jedenfalls empfinde ich es auf diese Weise. Aus diesem Grund habe ich nur vereinzelte Exemplare aussortiert. Alle anderen hüte ich, nach wie vor, wie einen Schatz.
Die andere Hälfte meines Haushalts hält es genauso. Die Liebe zu Büchern verbindet uns auf eine spezielle Weise. Über Bücher reden, diskutieren und dabei Gefühle teilen, Lesevorschläge machen, rezensieren, das Unausgesprochene erkennen, sich ärgern oder erinnern, das geht wunderbar auf der Grundlage von Büchern. Nicht zuletzt deshalb, weil Geschmäcker verschieden sein können. Alles ist richtig, nichts ist falsch.
Bücher erfüllen darüber hinaus einen weiteren Zweck. Sie sind eine prima Kulisse und ein wunderbarer Raumschmuck. Damit es weiterhin so bleibt, nehme ich Werk um Werk in die Hand. Da der Platz geringer als die Anzahl von Büchern in unserem Besitz ist, muss ich zweireihig stellen. Beim letzten Mal habe ich nach Autoren und alphabetisch geordnet. Das ist ganz nett, macht allerdings ein unruhiges Gesamtbild. Deshalb sortiere ich jetzt größengerecht nach Verlag in der Erwartung, die Regalböden effizienter füllen zu können.
Spannend. Es verwundert mich sehr, dass es unzählige aktuelle Autor:innen gibt, die in ganz unterschiedlichen Verlagen veröffentlichen. Warum?

