Ich bin erschöpft. Restlos. Das passiert mir manchmal beim Schreibprozess und ist gar nicht schlimm. Selbst wenn ihr es denken würdet. Die Erschöpfung ist greifbar. Ich kann sie euch am ehesten mit Harry Potter beschreiben. Nun, dazu müsstet ihr natürlich Harry Potter und das Denkarium kennen. Wer das von euch tut, hat nun bestimmt ein Bild vor Augen. Ich werde versuchen, es für alle anderen zu beschreiben.
In einer Szene zieht sich der Direktor von Hogwarts, Dumbledore, mit seinem Zauberstab einen Gedanken oder besser, eine Erinnerung aus seinem Gedächtnis und legt sie im Denkarium ab. Hier wird sie für Harry sichtbar und er teilt nun Dumbledores Erinnerung. Teilt sie bis in den kleinsten Winkel, denn er durchlebt dasselbe, was sein Schulleiter erlebt hat. Praktische Sache. So fühle ich mich manchmal. Als hätte ich einen Schnipsel meiner Erinnerung aus meinem Hirn gezogen, was zweifellos der Fall ist, und im Denkarium, erstmal für mich und später vielleicht auch für euch, sichtbar gemacht.
Gerade, wenn ich es schaffe, längere Textpassagen an einem Stück runter zu schreiben, fühle ich mich nach dem Schreiben zwar gut aber, ach nein, irgendwie nicht. Ganz komisch. Oder vielleicht nicht? Wenn ich darüber nachdenke ist das immer dann der Fall, wenn mich beim Schreibprozess eine Erkenntnis erwischt. Wenn sich plötzlich Puzzleteilchen zusammen fügen, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte. Nach dem Motto: und das was von sowas kommt… Das ist unheimlich erschreckend und schön gleichermaßen.
Was erzähle ich euch eigentlich hier? Das ist ja total öde. Dummerweise allerdings genau das, was mich gerade umtreibt. Ihr seht, bei dix:Minutes gibt es durchaus finstere Stunden. Ein Stückchen Kuchen könnte mir helfen, da bin ich sicher. Ich wippe auf meinem Kufenstuhl in der Bib, schaue dem Tag zu, der geht und streiche nun ebenfalls die Segel.

