Peeling, Reinigung und Zupfen liegen bereits hinter mir. Ich hingegen liege immer noch auf dem Behandlungsstuhl, der, anders als beim Zahnarzt, angenehm mit einer Sitzheizung ausgestattet ist. Außerdem habe ich ein Kissen unter den Knien, eins unter dem Kopf und zwei flauschige Decken über mir drüber. Meine Haare befinden sich in einem Netz und Musik floatet aus der Stereoanlage. Dieses Mal ist es keine Klaviermusik oder Vogelgezwitscher, heute hat meine Kosmetikerin sphärische Klänge aufgelegt. Ich fühle mich wie auf Wolke sieben.
Unser Gespräch plätschert, wie die Musik, angenehm vor sich hin. Entspannt freue ich mich auf die nächste Disziplin, die Gesichtsmassage. Angenehm zitronig riecht die Creme, die sie aufträgt und mit ihrem Werk beginnt. Über die Stirn geht es in sanften, langsamen Kreisbewegungen in Richtung Schläfe. Erst nach links, dann zurück und weiter nach rechts. Druckpunkt an den Schläfen. Dann streicht sie über meine Wangenknochen. Selbst meine Nase bekommt ihre Streicheleinheit ab. Entlang des Kiefers wird mit flacher Hand oder mit den Knöcheln der Faust abwechselnd leicht oder mit ein wenig mehr Druck massiert. Das ist sehr angenehm, wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt.
Insgeheim gratuliere ich mir an dieser Stelle immer, dass ich mir diese kleine Auszeit vom Alltag gönne. Zu guter Letzt kommen der Hals, mein Dekolleté, Nacken und Schultern dran. Alles endet mit einem letzten Druckpunkt an der Schulter.
Danach folgt eine Maske gegen das Altern und für die Schönheit. Ehrlich, wenn ich das nicht mehr hätte, würde es mir fehlen. Ich weiß, das ist purer Luxus. Aber ist nicht Balsam für die Seele ein viel zu sehr unterschätztest Heilmittel? Was sagt ihr?
Nach neunzig Minuten bin ich runderneuert, tiefenentspannt, glücklich. Genießen ist einfach wichtig. Mit dem guten Gefühl, mir etwas Gutes getan zu haben, fahre ich heim und freue mich auf den nächsten Beauty Moment.

