#772 alles auf Capri

Es ist eine ganze Weile her, dass ich das letzte Mal eine Packung Capri-Sonne vom Einkaufen mit nach Hause brachte. Zwanzig Jahre, bestimmt, oder mehr. Damals, als noch junge Kinderfüße durch die Wohnung sausten und nicht nur diese lustigen Tütchen mit Strohhalm prima fanden, sondern auch diverse andere ungesunde Dinge. Wassereis war ebenfalls ein Hit. Und bevor ihr denkt, ich hätte mich nicht um das Wohlergehen und eine ausgewogene Ernährung meiner Kinder gekümmert, dann sei an dieser Stelle festgehalten, dass beides, Capri-Sonne und Wassereis, die Ausnahme war.

Capri-Sonne, weil das viel zu teuer und Wassereis, weil es viel zu ungesund war. Soweit es in dieser Angelegenheit überhaupt ein Ranking geben kann. Nun, Ausnahmen bestätigten die Regel und tun es, wie sollte es anders sein, ebenfalls auch heute. Schließlich ist es genau das, was den Unterschied macht. Das Leben lebenswert. Ich bin davon überzeugt, dass eine komplett einseitige, stringente, ohne Ausnahmen daherkommende Lebensweise, sehr anstrengend ist.

Wobei, anstrengend vielleicht nicht ganz das richtige Wort ist. Es ist eher: langweilig, engstirnig und vor allen Dingen vielleicht weniger vielfältig. Was meint ihr? Klar, aus Überzeugung konsequentes Leben muss weder einseitig noch langweilig oder weniger vielfältig sein. Vegetarische Ernährung ist einerseits konsequent, muss allerdings andererseits nicht bedeuten, dass ungesunde Lebensmittel ausgeschlossen sind.

Es kommt auf die Mischung an. Wie so oft. Von allem etwas, ausgewogen und in Maßen sündigen oder mal über die berühmte Strenge schlagen, warum nicht? So lange es die Ausnahme bleibt. Ich würde allerdings in diesem Fall wenigstens meine Hinterlassenschaften in den Müll schmeißen. Und halt, stopp, da ist es, mein Dogma, als hätte es nur auf seinen Auftritt gewartet: ich kann definitiv keinen Müll, den ich verursacht habe, auf die Straße schmeißen. Ich räume es ordnungsgemäß weg oder packe es ein aber ich lasse nichts liegen.

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