Ich befand mich mit meinen Kindern in der Spielwarenabteilung einer Drogeriekette. Es war ein großer Laden mit großer Verkaufsfläche über mehrere Stockwerke hinweg. Ganz unten das übliche Sortiment der allgemeinen Nützlichkeiten. Putzmittel hauptsächlich und Haushaltserleichterer, die Mann und Frau gut gebrauchen können. Dann gab es die Abteilung mit den Schäumchen, Düftchen und Pülverchen und dem Zubehör für das perfekte Äußere. Weiter oben befand sich besagte Spielwarenabteilung. Außerdem Musik-CDs, DVDs und Geschenkpapier. Hier machten wir Halt, hier schwärmten wir aus.
Das war unser übliches Verfahren, waren wir im Einkaufzentrum unterwegs. Beide waren sie nicht mehr ganz Fisch und noch nicht Fleisch. Sowas dazwischen. Gerade eben dem Sammelfieber der Diddle-Mäuse entwachsen und nun auf der Suche nach dem, was jetzt kommen sollte.
Ich war stets gerne mit ihnen unterwegs. Spielwarenabteilung. Dieses magische Wort hielt selbst für mich einen gewissen Zauber parat. Altbekanntes aus meiner eigenen Kindheit befand sich dort. Und was ist schöner, als in schönen Erinnerungen zu schwelgen? Selbst heute, viele Jahre später, schaue ich mich gerne um und stöbere, gebe ich freimütig zu.
Nun, an einem jener Tage muss es wohl gewesen sein, dass ich beim Playmobil über die Verpackungen stolperte, in denen immer nur eine Figur zu einem speziellen Thema angeboten wurde. Die Radfahrerin. Der Bauarbeiter mit Helm und Handwerkskasten. Der Ritter. Die Krankenschwester. Damals sehr stereotypisch, wie ich gerade feststelle. Und das Gespenst. Das Gespenst wollte ich immer schon haben. Keinen Schimmer, warum. Vielleicht weil es, wie es sich für ein Gespenst gehört, im Dunklen so schön leuchtet? Ja, ich denke, dass das der Grund war.
Kurzentschlossen kaufte ich es mir. Ich, eine erwachsene Frau kaufte sich ein Playmobilgespenst. Es war mir egal, wer was von mir dachte, ließ sie reden. Seitdem steht es auf meinem Nachttisch und beschützt mich. Ich möchte es nicht missen.
