Ganz schön blutrünstig, das Bild, oder? Als hätten wir nicht alle schon genug davon, also von Blut und Gewalt und jetzt muss ich auch noch damit ankommen? Ja, es ist tatsächlich der Fall. Es geht mir die ganze Woche bereits durch den Kopf. Es geht mir durch den Kopf und ich habe das Gefühl, dass wir in einem ständigen Kampf gegeneinander leben. Unbewusst. Ungefragt. Unreflektiert.
Ich habe das Gefühl, dass wir uns gegenseitig bekriegen. Es geht hin und her. Jede und jeder gegen jeden. Dabei wechseln wir selbst in den Gruppen hin und her, ohne es zu merken. Es geht gegeneinander: oben gegen unten, links gegen rechts, reich gegen arm, nicht gehandicapt gegen gehandicapt, alt gegen jung, fleischessend gegen vegan, gendern gegen antigendern, ökologisch gegen atomaffin, einheimisch gegen ausländisch. Bestimmt habe ich ganz viel vergessen aber ich denke, es wird deutlich, was ich meine.
Und in dieser Gemengelage erregt ein Wal mehr Aufmerksamkeit als Kinder, die im Mittelmeer auf der Flucht ertrinken. Sind wir abgestumpft gegen das Leid von Menschen, die ungefragt in Kriege hineingezogen werden, die alles verlieren.
Ich frage mich, wo unser Kompass geblieben ist. Unser natürliches Gefühl für Menschlichkeit, Zusammenhalt, Rücksicht und gegenseitige Verantwortung. Wir laufen rum und sind bis unter die Zähne bewaffnet, bereit, um jederzeit zuzuschlagen oder uns zu wehren.
Ein unsinniges Vorgehen. Im Moment scheint nur das Recht des Stärkeren zu zählen. Die Gruppe, die geldstrotzend oder am lautestend schreiend sich die Oberhand erkämpft oder erkauft setzt alles daran, ihre Pfründe zu sichern. Ein kooperatives Miteinander, das dazu beiträgt, dass es der Allgemeinheit insgesamt besser geht, wäre das nicht wünschenswert?
Jeder kleinste Winkel dieser Welt ist uns nah und doch so fern und wir haben leider nicht verstanden, dass sich das Blatt für uns alle jederzeit wenden kann. Immer. Überall.

