#835 Künstler oder was?

Das habe ich euch noch gar nicht erzählt. Vor zwei Wochen waren die andere Hälfte meines Haushalts und ich im Theater. Ich hatte ihm zu Weihnachten, als Gegenpol zu den ganzen Trainingseinheiten, Trainingslagern, sportiven Highlights ein Mini-Abo für fünf Kulturveranstaltungen geschenkt. Ein wilder Potpourri aus Theater und Musikveranstaltungen in großen Konzertsälen oder auf den ganz kleinen Bühnen.

Die Freude war nicht unbedingt überwältigend. Egal. Es muss schließlich neben Wattzahlen, CSS, FTP, GA1und GA2 und so weiter und so fort noch andere Themen geben. Die Eingeweihten unter euch wissen, wovon ich spreche.

Gleich für die erste Veranstaltung, musste ich die Karten verschenken, weil sich diese terminlich mit denen für die Lesung, die ich wiederum von ihm geschenkt bekommen hatte, überschnitten. Das ging ja gut los. Die zweite Vorstellung war ein Benefizkonzert des Blasorchesters der Bundeswehr. Okay, ich gebe es zu, das war wirklich speziell. Selbst für meine Verhältnisse. Von Marschmusik bis hin zu einer freien Interpretation von irgendwas, war alles dabei. Wobei letztgenanntes mir gut gefiel. Es endete damit, dass die Nationalhymne gespielt wurde und das Publikum sich dafür von den Plätzen erhob.

Etwas komplett anderes erwartete uns, vor zwei Wochen. Auf einer kleinen Bühne mit einem bescheidenen Zuschauerraum traten fünf Frauen auf, die Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ interpretierten. Da ich das Etablissement nicht kannte und das übrige Publikum schwer nach intellektueller Oberschicht fortgeschrittenen Alters aussah, hatte ich schlimmste Befürchtungen, wieder in etwas hineingeraten zu sein, das ein gewisses Maß an Toleranz verlangte.

Doch dem war nicht so. Im Gegenteil. Meinen Befürchtungen zum Trotz und ganz im Sinne der Erfinderin, habe ich ein wunderbares Theaterstück gesehen. Uns beiden hat es sehr gut gefallen. Geschmackvoll inszeniert und vielseitig gespielt ließ es für meinen Geschmack keine Wünsche offen. Ein wunderbarer Abend und ein echter Genuss fernab vom Sport.

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