Jaja, wir wohnen bereits seit einigen Jahren in unserem Domizil in der Kleinstadt und es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Wie vorhin gerade. Die Gartensaison neigt sich dem Ende und bevor wir in den Urlaub starten, gibt es ein paar wenige Handgriffe zu erledigen. Kennt ihr das auch? Ich für meinen Teil möchte alle hin und her, rum und num (wie der Schwabe sagt) Aufräumarbeiten erledigt haben. Deshalb muss die Bierbank wieder ins Kabuff.
Das Kabuff ist jener Raum unter unserer Veranda, der entstand, als diese im Laufe der über einhundertjährigen Hausgeschichte zugebaut wurde. Es bedarf Übung und Gelenkigkeit, um es zu erreichen, denn der Eingang befindet sich unter dem Küchenbalkon.
Nun, im besagten Kabuff lagern diejenigen Dinge, die selten gebraucht, sperrig und unverwüstlich sind. Die Bierbank, wie gesagt, überwintert dort, der Fangkorb vom Rasenmäher, alte Zinkeimer, Waschbetonplatten, ein Fahrradrahmen (als hätten wir nicht schon genug Räder) und so weiter.
Die andere Hälfte meines Haushalts und ich sind, was die Handhabung und Lagerung anbelangt, ein eingespieltes Team. Und daher geht es rasch, dass wir alles wieder verstaut bekommen. Beim Schließen der kleinen Flügeltür nehme ich erstmalig den Zettel wahr, der an der Innenseite der rechten Türhälfte angebracht wurde: „Unten und oben verriegeln!“, kann ich ein wenig verblast darauf lesen. Überhaupt gab und gibt es in unserer Villa Kunterbunt einige dieser Zettel, Hinweise und Warnungen zu entdecken.
Ein akribischer, auf Ordnung und Sauberkeit bedachter Mensch brachte all diese Hinweise an sämtlichen neuralgischen Stellen im Haus an. Dass die Bakelit-Schalter nur rechtsrum gedreht werden sollten, ist für uns spätgeborene Hausbewohner sicher ein nützlicher Hinweis. Ob der Zettel am Kabuff nötig ist? Wäre ich ansonsten völlig aufgeschmissen und würde von selbst nicht auf die Idee kommen, beide Riegel zu schließen? Bestimmt nicht. Es ist ein schmaler Grad.

