#124 Bilderbuch

Kurz hinter Mailand gibt es den ersten italienischen Espresso an der Autobahn. Alles ist wuselig und laut in der Raststätte und das Überangebot an Familien-Packungen mit Lebensmitteln von Nudeln, Süßigkeiten bis hin zu großen Campagnolo-Schinken lässt selbst an diesem Ort keine Wünsche übrig. Wir begnügen uns mit einer Tasse Espresso, schließlich gibt es noch Rest […]
#106 Vorfreude

Bekanntlich ist die Vorfreude die schönste Freude. An dieser Weisheit ist wohl kaum etwas auszusetzen. Einen großen Wert nimmt dabei die Vorfreude für den Jahresurlaub ein. Das ist allein dem Umstand geschuldet, dass es neben der „schönsten Zeit des Jahres“ auch diejenige ist, in der die Entscheidungshoheit über meine Aktivitäten ganz bei mir selber liegt. […]
#96 rückwärts

Heute ist nach den vergangenen Trübwettertagen endlich wieder Sonnenschein angesagt. Den ich allerdings für viele Stunden wieder in einem wackeligen Zug der Deutschen Bahn verbringe. Diesmal geht es rückwärts. Von Mitteldeutschland aus, reise ich quer gen Westen in den wilden Süden. Zehn Tage bin ich jetzt unterwegs, habe viel gesehen und erlebt. Unverhoffte Eindrücke haben […]
#95 eckige Schnecke

Architektur fasziniert mich seitdem ich denken kann genauso wie Literatur. So gesehen habe ich es durch die Verstrickung sämtlicher Umstände im Leben nicht geschafft, diese Leidenschaft auszuleben. Es bleibt mein Mysterium, wenn ich mir ausmale, was wäre wenn gewesen. Welche Formen, Räume, Ansichten, Achsen, Perspektiven und Durchblicke, welche Materialien hätte ich gewählt? Wohin wäre meine […]
#94 plakatiert

Nichts ist so heilig, wie meine eigenen vier Wände. Der Ort, der Rückzug, Geborgenheit, Privatsphäre und Intimität zugleich ist. Wo sonst kann ich mich frei bewegen, ohne dass ich (meistens jedenfalls) Rücksicht nehmen muss? Ob ich meine Wände in pink oder türkis streiche, die Decke des Kinderzimmers spielerisch mit Wattewölkchen verziere, ist völlig schuppe, denn […]
#93 Situationen

Es gibt Situationen im Leben, bei denen bedarf es meiner Geduld. Ohne, dass ich geduldig bin, wird es ansonsten a) unangenehm, b) unfreundlich oder c) schlimm. Mich in Geduld zu üben ist keine Kleinigkeit. Es bedeutet nämlich nichts weniger, als dass ich mein Ego hintenanstelle. Die größten Förderer der Geduld sind neben dem eigenen Interesse […]
#92 Heckenbücherei

Die Wohltat in Form angenehmen Reisens mit dem Hollandrad ist für Außenstehende nicht ersichtlich. Oder besser ausgedrückt, erschließt sich für Außenstehende nicht. Dennoch, für alle Eingeweihten und Liebhaber des Hollandrads ist es klar wie Kloßbrühe. Auf kaum einem anderen Gefährt lässt sich die Umgebung cruisend besser erkunden, als aufrecht sitzend auf einem Hollandrad. Der gerade […]
#91 in Bewegung
Abschiede sind immer doof – meistens jedenfalls. Abschiede sind für mich immer dann besonders unangenehm, wenn ein Wiedersehen in weiter Ferne liegt oder gar unbestimmt ist. Die Schwermut hält mich dabei umfangen und ich verliere mich in meinen Gedanken. Gedanken an vergangene Tage und beschäftigt mit der Frage, ob ich alles, was ich sagen wollte, […]
#90 achtern Diek

Das Wetter ist zu dieser frühen Stunde mild, die Sonne erklimmt in der Ferne langsam den Horizont. Es ist still und einsam. Bis auf Hund und Herrchen bewegt sich noch nicht viel hier draußen auf dem platten Land. Fernab jeder großen Stadt ist es nicht verwunderlich, dass die Einsamkeit genauso präsent ist wie die Weite. […]
#89 gedacht ist nicht gesagt

In Abwesenheit von Leichtsinn, sind Mut und Risikobereitschaft die Komponenten, die das Zeug haben, Erfüllung zu bringen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt lautet die Aufforderung, die Herausforderung anzunehmen. Wie wäre das Leben sonst? Langweilig. Klar, welche Antwort ließe sich sonst auf die rhetorische Frage erwidern. Langweilig, ohne den Erkenntnisgewinn aus Erfolg und Misserfolg. Dazu […]