#330 in der Umkleide

Das Schwimmtraining ist beendet. Ich verlasse die Umkleide und stelle mich unter den Fön. Mein Blick schweift den Gang entlang und findet sich in grün-weißen Fliesen, grünen Kabinentüren wieder. Der Fön erinnert mich an eine Autowaschanlage. Ähnlich laut und mindestens genauso heftig bläst er mir mäßig warmen Wind um die Ohren. Ich stelle mir vor, […]

#329 schnelle Truppe

Beim regelmäßigen scannen der mich umschließenden Umgebung, sehe ich das Plakat. Am Küchenfenster im Büro stehend, fällt mir selbst aus meiner hohen Warte das knallige Blau sofort ins Auge. Vielleicht weil es sich gegen den grautrüben Tag besonders schön abhebt. An und für sich ist es recht unscheinbar und klein. Es klebt eher unterhalb der […]

#328 mit der Zange

Es ist noch gar nicht lange her, da habe ich euch von dem Pinsel erzählt, den ich auf der Feuertreppe liegend in meinem Hotel angetroffen habe (#323 fehl am Platz). Ich habe mich darüber gewundert, wie er dort wohl hingekommen ist. Nun, genau dasselbe habe ich mich heute wieder gefragt, als ich die Zange in […]

#327 Null ouvert

Ich bin aushäusig unterwegs und der Abend beginnt mit einem leckeren Abendessen. Wir sind zu dritt. In dieser Konstellation ist es Brauch, dass wir nach dem Essen Skat spielen. Ein neues Blatt kommt zum Zug. Glatt und flutschig rutschen die Karten beim mischen durch die Finger. Meine daheim sind eher bäbbig. Skat spiele ich schon […]

#326 Waffeln

Bei dem Versuch mich zu konzentrieren grätscht mein Mitbewohner dazwischen. Mit Stirnband, Trinkflasche, Tablet, Kopfhörer, Handtuch ausgestattet und in Radklamotten sitzt er im Keller. Sein Rennrad steht in der Waschküche aufgebockt. Dorthin habe ich ihn zum trainieren verbannt. Nur kein Mitleid, sage ich euch, ihm geht es gut in seinem Reich. Außerhalb meines Kontrollradius kann […]

#325 eine Stunde

Eine Stunde freie Zeit. Was für ein Glück. Zwischen Arbeitsende und Yoga habe ich tatsächlich eine Stunde nichts zu tun. Keine Aufgaben, kein Aufräumen. Alles ist erledigt. Eine Stunde, in der ich mich nicht sinnlos durch den Feierabendverkehr quälen muss. In solchen Augenblicken finde ich Homeoffice klasse. Und niemand ist da, der diese himmlische Ruhe […]

#324 inside out

Die Dunkelheit bringt es ans Licht: inside out. Dass, was sonst unsichtbar schlummert, wird durch die Umkehr von Helligkeit und Dunkelheit sichtbar. Plötzlich bekomme ich völlig neue Einblicke. An helleren Tagen kann ich das Innere der Gebäude nur erahnen. Die Spiegelung der Fensterfront lässt keine Einblicke zu. Jetzt, in der dunklen Jahreszeit, kehrt sich das […]

#323 fehl am Platz

„Was machst du denn da?“ höre ich eine verschlafene Stimme hinter mir. Ich drehe mich um, versuche schuldbewusst drein zu blicken und gestehe, dass ich schreiben musste. Dass mir mein Text nicht gefallen hat. Dass ich nun aber fertig bin. „Ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt“, sage ich zu ihm. Ich schaue auf die […]

#322 spät dran

Ausnahmsweise arbeite ich aufrecht. Das Tablet liegt vor mir. Mit gegrätschten Beinen, damit die Höhe passt, stehe ich an der Kücheninsel und tippe. Ich bin spät dran. Gerade habe ich die Kühlschranktür auf und gleich wieder zu gemacht. Ich habe ein leichtes Hüngerchen, möchte jedoch nicht planlos den Kühlschrank vor dem Abendessen plündern. Also diszipliniere […]

#321 die Lesung

Mir fehlt der Sport. Im Moment muss ich priorisieren, was meine Freizeitgestaltung anbelangt. Deshalb habe ich mich aktiv dafür entschieden, hier zu streichen. Das macht die Sache nicht besser, nur etwas erträglicher. Das schlechte Gewissen bahnt sich seinen Weg in mein Bewusstsein. Ich merke meine Unruhe und meine Unzufriedenheit. Auf kneifende Hosen und keuchenden Atem […]