#130 Flamme

Schon wieder Mohn. Diese rote Blütenpracht fasziniert mich viel zu sehr, als dass ich ihre Existenz und allgegenwärtige Präsenz hier missachten könnte. Ich mache diesen Umstand dadurch wett, dass ich als Bild für heute einen Stern gewählt habe. Eine überdimensionierte Pusteblume gewissermaßen, die mir ebenfalls ins Auge sticht und als Pendant gut passt. Doch der […]
#129 rosa

Die kleine Ortschaft Ascidingsbums hat sich in Schale geworfen. Alle Gebäude mit Fahnenmast sind beflaggt und so flattern Stadtwappen und sämtliche anderen Motive einträchtig im lauen Lüftchen der Toskana. Ansonsten ist die vorherrschende Farbe – wie sollte es anders sein – rosa natürlich. Luftballons, Schleifchen, Bänder, die Dekoration in den Geschäften entlang der Einkaufsmeile, alles […]
#128 alles Kopfsache

Gedankenversunken beobachte ich eine Ameise, die ein unglaublich großes Dings – ich kann leider nicht genau ausmachen, was es ist – hinter sich herzieht. Klar, das ist bekannt. Ameisen können das. Dennoch. Sie zieht, schubst, zerrt es über den geschotterten Parkplatz und lässt sich offensichtlich von nichts beirren. Was ist ihr Antrieb? Selbsterhaltung? Naheliegende Vermutung […]
#127 Karibik Feeling

Regenpause. Mein Hinterteil dankt es dem Wettergott während wir uns auf den Weg zur Waschanlage begeben. Die Räder müssen noch vom restlich Schlamm befreit werden und dafür brauchen wir Druck. Ausreichenden Wasserdruck. Schon allein deshalb, damit es morgen weitergehen kann. Nachdem wir bei der x-ten Tanke endlich fündig werden, die Räder sowie unser Schuhwerk wieder […]
#126 Kette links, Kette rechts
Kette links, Kette rechts oder wie ich heute fünf Mal den Weg des Bofrost-Wagens kreuze. Das ist so ungefähr der Arbeitstitel für meine heutige Gedankenchronik, jedenfalls für die ersten rund fünfzig Kilometer. Die Sonne scheint, die Landschaft ist nach wie vor großartig. Großartig genau bis zu einem Punkt. Die App sagt uns, dass unser Weg […]
#125 Klatschmohn
Unsere Unterkunft taucht wie Pemberley* aus dem Nichts auf, um fast augenblicklich wieder zu verschwinden. So geht es mir ein paarmal, als ich die kurvige, schmale Straße nach einer guten Trainingseinheit heute hinaufradle. Fast einhundert Kilometer und knapp achthundert Höhenmeter zuvor, bin ich durch eine Landschaft gekommen, die der blühende Klatschmohn fest in seiner Hand […]
#124 Bilderbuch

Kurz hinter Mailand gibt es den ersten italienischen Espresso an der Autobahn. Alles ist wuselig und laut in der Raststätte und das Überangebot an Familien-Packungen mit Lebensmitteln von Nudeln, Süßigkeiten bis hin zu großen Campagnolo-Schinken lässt selbst an diesem Ort keine Wünsche übrig. Wir begnügen uns mit einer Tasse Espresso, schließlich gibt es noch Rest […]
#123 Vom Wind getrieben

Vom Wind getriebenvier Mast hochdie Gischt schäumtwie ich’s liebeund trägt die See mich hinfortso bin ich doch gebliebenein Seemann kühnmit Seesack blauund Salzwasser im Bartdie Haare rot und wildden Troyer eng umschlungen. „Warschau“ ich sag zum Steuermanndenn Nebel liegt vorausFock und Rah singen mit dem Sturmrauh die See sich gibtmein Herz schlägtund hängt an ihrdessen […]
#122 direkt

An dieser Stelle habe ich vor einiger Zeit über den Wert der Vorfreude geschrieben. Der Vorfreude auf ein Ereignis wie Urlaub (#106). Jetzt ist es wieder an der Zeit, darüber nachzudenken. Warum schon wieder? fragt ihr euch vielleicht. Ganz einfach, weil genau das eingetreten ist, das ich vermeiden wollte. Übermorgen geht es für zehn Tage […]
#121 Ode an das Freibad

Erster Mai high noon und ich stehe am Beckenrand unseres Freibads in wohliger Erwartung auf das erste Eintauchen in diesem Jahr. Das Wasser glitzert blaugrün und ich bin, wie es aussieht, nicht die einzige mit dieser Idee. Ich schaue mich um. Die großen, alten Kastanien am Eingang rechts auf der Liegewiese stehen in voller Blüte […]