#168 Sperrmüll

Sperrmüll – oder was vom Leben übrigbleibt – ist manchmal nicht voneinander zu unterscheiden. Hingeworfen, aussortiert, weggeschmissen, achtlos gestapelt, kaputt bisweilen und nichts mehr wert. Zu groß für den Restmüll blockiert er das eigene Dasein oder die Straße, ganz, in welcher Phase sich der Entrümplungsprozess befindet. Die einstigen Eigentümer sind ihres Hab und Gutes überdrüssig. […]

#167 besetzt

Manche Dinge sind selbstverständlich, dass ein Ausbrechen aus ihrer Gewohnheit oder ein Fehlen unverhoffte Aufmerksamkeit hervorruft. So geht es mir, als ich vom Kuchen holen für das sonntägliche Kaffeekränzchen nach Hause komme und meinen Fahrradparkplatz im Garten besetzt vorfinde. Nanu? Wie selbstverständlich der kleine Roller in seinen fröhlichen Farben mit akkurat angebrachter Tasche am Griff […]

#166 guter Rat

Samstag. Wir sind unterwegs ins Freibad. Es ist noch früh am Tag. Der Regen hat sich gerade verzogen. Ich radle fröhlich vor mich hin, als ich freundlich von einer Radfahrerin mittleren Alters angesprochen werde. „Hallo, darf ich Sie etwas fragen?“ Ich halte an und sehe mich just einer Reisegruppe Radfahrerinnen gegenüber, die mich erwartungs- und, […]

#165 Ausbeute

Gestern schon wollte ich einen Text mit der Überschrift: Ausbeute  anfertigen. Das war naheliegend, denn ich hatte Marmelade eingekocht, als mir spontan die Liebe (#164 Liebe) dazwischenkam. Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, wie sich meine Ideen und Gedanken verselbständigen. Ein Eigenleben führen, sich durchsetzen. Ich bin vorhanden, allerdings eher als Mittel zum Zweck, […]

#164 Liebe

Die bisher schönste Definition von Liebe habe ich vor gar nicht allzu langer Zeit aufgeschnappt. Ich dachte immer, es sei mir völlig klar, was Liebe bedeutet. Weit gefehlt, denn diese Art der Betrachtung hat mich zum Nachdenken gebracht. Ist sie doch tauglich, Dinge zu entlarven, die möglicher Weise unter dem Oberbegriff Liebe firmieren, in Wirklichkeit […]

#163 Mängelexemplar

Im überschäumenden Eifer, ein Kribbeln unter der Haut, das fast körperlich ist, lasse ich alles links und rechts liegen, weil ich schreiben muss. Es ist, als wollen alle Ideen, Satzfragmente, Bruchstücke von Texten gleichzeitig herausbrechen aus mir. Ein Drang, der zweifelsohne kanalisiert gehört und so verschiebe ich den Telefonanruf auf später. Ich brauche erst meine […]

#162 Officium

Mich gibt es wie Sand am Meer. Noch. Noch, möchte ich meinen, denn langsam wird mir bange. Meine Brüder und Schwestern werden stetig weniger. Ob aus Mangel an Pflege oder hundsgemeinem Überdruss, ist egal. Beides führt zu unserer Vernichtung. Und dass, obwohl es mich in allen möglichen Daseinsformen gibt. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. […]

#161 quo vadis

In völliger Orientierungslosigkeit und der bangen Frage: wohin? kann ein Kompass eine praktische Hilfe sein. Vielleicht sogar essentiell. Diesen kleinen Kompass habe ich vor ein paar Jahren von einer mir nahestehenden Person mit den Worten: „damit du immer weißt, wo du mich findest“, zugesandt bekommen. Das hat mir gefallen, mir geradezu mein Herz gewärmt und […]

#160 Fingerspitzengefühl

Jedes hat seine Zeit, denke ich, wenn ich im Garten die Rosen betrachte, die unter dem Regen der letzten Woche deutlich gelitten haben. Normalerweise blühen sie jetzt wie verrückt. Die Kletterrosen, Ramblerrosen, Strauchrosen, Beet Rosen, Bodendeckerrosen, Hochstammrosen, Wildrosen in den schönsten Farben und Blütenkonstellationen. Große, betörend duftende oder kleine ungefüllte von Bienen umschwärmte Blüten vereint […]

#159 an der Quelle

An der Quelle schmeckt das Wasser erstaunlicher Weise noch besser als sonst, stelle ich fest, während ich im Schatten meine Flasche erneut fülle. Ich bin, zwischen zwei Regenschauern, unterwegs. Unterwegs mit meinem Rennrad und trainiere weiterhin fleißig für meine Herausforderung, die Ende des Monats auf mich wartet. Die Topografie meiner Umgebung bietet sich, wenn ich […]