#128 alles Kopfsache

Gedankenversunken beobachte ich eine Ameise, die ein unglaublich großes Dings – ich kann leider nicht genau ausmachen, was es ist – hinter sich herzieht. Klar, das ist bekannt. Ameisen können das. Dennoch. Sie zieht, schubst, zerrt es über den geschotterten Parkplatz und lässt sich offensichtlich von nichts beirren. Was ist ihr Antrieb? Selbsterhaltung? Naheliegende Vermutung […]

#127 Karibik Feeling

Regenpause. Mein Hinterteil dankt es dem Wettergott während wir uns auf den Weg zur Waschanlage begeben. Die Räder müssen noch vom restlich Schlamm befreit werden und dafür brauchen wir Druck. Ausreichenden Wasserdruck. Schon allein deshalb, damit es morgen weitergehen kann. Nachdem wir bei der x-ten Tanke endlich fündig werden, die Räder sowie unser Schuhwerk wieder […]

#126 Kette links, Kette rechts

Kette links, Kette rechts oder wie ich heute fünf Mal den Weg des Bofrost-Wagens kreuze. Das ist so ungefähr der Arbeitstitel für meine heutige Gedankenchronik, jedenfalls für die ersten rund fünfzig Kilometer. Die Sonne scheint, die Landschaft ist nach wie vor großartig. Großartig genau bis zu einem Punkt. Die App sagt uns, dass unser Weg […]

#125 Klatschmohn

Unsere Unterkunft taucht wie Pemberley* aus dem Nichts auf, um fast augenblicklich wieder zu verschwinden. So geht es mir ein paarmal, als ich die kurvige, schmale Straße nach einer guten Trainingseinheit heute hinaufradle. Fast einhundert Kilometer und knapp achthundert Höhenmeter zuvor, bin ich durch eine Landschaft gekommen, die der blühende Klatschmohn fest in seiner Hand […]

#124 Bilderbuch

Kurz hinter Mailand gibt es den ersten italienischen Espresso an der Autobahn. Alles ist wuselig und laut in der Raststätte und das Überangebot an Familien-Packungen mit Lebensmitteln von Nudeln, Süßigkeiten bis hin zu großen Campagnolo-Schinken lässt selbst an diesem Ort keine Wünsche übrig. Wir begnügen uns mit einer Tasse Espresso, schließlich gibt es noch Rest […]

#123 Vom Wind getrieben

Vom Wind getriebenvier Mast hochdie Gischt schäumtwie ich’s liebeund trägt die See mich hinfortso bin ich doch gebliebenein Seemann kühnmit Seesack blauund Salzwasser im Bartdie Haare rot und wildden Troyer eng umschlungen. „Warschau“ ich sag zum Steuermanndenn Nebel liegt vorausFock und Rah singen mit dem Sturmrauh die See sich gibtmein Herz schlägtund hängt an ihrdessen […]

#122 direkt

An dieser Stelle habe ich vor einiger Zeit über den Wert der Vorfreude geschrieben. Der Vorfreude auf ein Ereignis wie Urlaub (#106). Jetzt ist es wieder an der Zeit, darüber nachzudenken. Warum schon wieder? fragt ihr euch vielleicht. Ganz einfach, weil genau das eingetreten ist, das ich vermeiden wollte. Übermorgen geht es für zehn Tage […]

#121 Ode an das Freibad

Erster Mai high noon und ich stehe am Beckenrand unseres Freibads in wohliger Erwartung auf das erste Eintauchen in diesem Jahr. Das Wasser glitzert blaugrün und ich bin, wie es aussieht, nicht die einzige mit dieser Idee. Ich schaue mich um. Die großen, alten Kastanien am Eingang rechts auf der Liegewiese stehen in voller Blüte […]

#120 Walpurgisnacht

Wenn ich so etwas wie eine Bucket-List hätte, dann könnte es sein, dass ich darauf schreiben würde, gerne in der Walpurgisnacht auf dem Brocken zu sein. Komisch gell, was einem manchmal für Einfälle kommen. Selbst wenn mir dieser Gedanke schon mal durch den Kopf gegangen ist, so bin ich weit davon entfernt an Hexen zu […]

#119 Briefwechsel

Fest gemauert in der Erde steht er da in Gelb markant und schluck sie alle runter, die Briefe, die noch geschrieben werden. Allerdings gerät auch dieses Relikt mehr und mehr in die Bredouille oder besser gesagt ins Hintertreffen. Das ist eine Gefahr für das handgeschriebene Wort. Oder für die originale Unterschrift, die noch nicht auf […]