#171 großer Brockhaus

In unserer Nachbarschaft ist es gute Tradition, Dingen eine letzte Chance zu geben, indem sie mit dem Hinweis „zu verschenken“ an den Straßenrand gestellt werden. Ausgedient leisten sie vielleicht noch an anderer Stelle gute Dienste. Eine schöne Idee, wie ich finde. Ich werfe immer einen Blick drauf und dieses Mal bleibt mein Augenmerk bei einer […]

#170 Treffer

Es ist schwer dieser Tage dem Fußballfieber zu entkommen und so wage ich mich auf ganz dünnes Eis und gebe das Preis, was mir zum Thema Fußball durch den Kopf geht. Da könnte ich mir selber zynischer Weise gleich selber drauf antworten und sagen: nicht viel. Und ich muss gestehen, dass das wohl die einzig […]

#169 letzte Seite

Das Hörbuch, das mich nun eine lange Zeit begleitet hat – ich erwähnte es bereits ein paarmal – ist aus. Zu Ende, einfach so. Mit dem Enden einer Geschichte ist das immer eine Sache für sich. Ein gutes Ende ist mindestens ebenso wichtig wie ein guter Beginn. Quasi als Einstiegs- aber auch als Ausstiegshilfe. Der […]

#168 Sperrmüll

Sperrmüll – oder was vom Leben übrigbleibt – ist manchmal nicht voneinander zu unterscheiden. Hingeworfen, aussortiert, weggeschmissen, achtlos gestapelt, kaputt bisweilen und nichts mehr wert. Zu groß für den Restmüll blockiert er das eigene Dasein oder die Straße, ganz, in welcher Phase sich der Entrümplungsprozess befindet. Die einstigen Eigentümer sind ihres Hab und Gutes überdrüssig. […]

#167 besetzt

Manche Dinge sind selbstverständlich, dass ein Ausbrechen aus ihrer Gewohnheit oder ein Fehlen unverhoffte Aufmerksamkeit hervorruft. So geht es mir, als ich vom Kuchen holen für das sonntägliche Kaffeekränzchen nach Hause komme und meinen Fahrradparkplatz im Garten besetzt vorfinde. Nanu? Wie selbstverständlich der kleine Roller in seinen fröhlichen Farben mit akkurat angebrachter Tasche am Griff […]

#166 guter Rat

Samstag. Wir sind unterwegs ins Freibad. Es ist noch früh am Tag. Der Regen hat sich gerade verzogen. Ich radle fröhlich vor mich hin, als ich freundlich von einer Radfahrerin mittleren Alters angesprochen werde. „Hallo, darf ich Sie etwas fragen?“ Ich halte an und sehe mich just einer Reisegruppe Radfahrerinnen gegenüber, die mich erwartungs- und, […]

#165 Ausbeute

Gestern schon wollte ich einen Text mit der Überschrift: Ausbeute  anfertigen. Das war naheliegend, denn ich hatte Marmelade eingekocht, als mir spontan die Liebe (#164 Liebe) dazwischenkam. Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, wie sich meine Ideen und Gedanken verselbständigen. Ein Eigenleben führen, sich durchsetzen. Ich bin vorhanden, allerdings eher als Mittel zum Zweck, […]

#164 Liebe

Die bisher schönste Definition von Liebe habe ich vor gar nicht allzu langer Zeit aufgeschnappt. Ich dachte immer, es sei mir völlig klar, was Liebe bedeutet. Weit gefehlt, denn diese Art der Betrachtung hat mich zum Nachdenken gebracht. Ist sie doch tauglich, Dinge zu entlarven, die möglicher Weise unter dem Oberbegriff Liebe firmieren, in Wirklichkeit […]

#163 Mängelexemplar

Im überschäumenden Eifer, ein Kribbeln unter der Haut, das fast körperlich ist, lasse ich alles links und rechts liegen, weil ich schreiben muss. Es ist, als wollen alle Ideen, Satzfragmente, Bruchstücke von Texten gleichzeitig herausbrechen aus mir. Ein Drang, der zweifelsohne kanalisiert gehört und so verschiebe ich den Telefonanruf auf später. Ich brauche erst meine […]

#162 Officium

Mich gibt es wie Sand am Meer. Noch. Noch, möchte ich meinen, denn langsam wird mir bange. Meine Brüder und Schwestern werden stetig weniger. Ob aus Mangel an Pflege oder hundsgemeinem Überdruss, ist egal. Beides führt zu unserer Vernichtung. Und dass, obwohl es mich in allen möglichen Daseinsformen gibt. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. […]