#156 angekommen

Ich bin noch ein kleines Kind und so ungefähr zwischen Kindergarten-Alter-Ende und Grundschulkind-Beginn. Ich sitze in einem zitronengelben Renault 4 mit Revolverschalung und Schiebefenstern auf der Rückbank. Wir befinden uns auf der Rückfahrt von meinen Großeltern und fahren den steilen Berg herunter, am Friedhof mit den hohen Bäumen vorbei. Von dieser Stelle aus habe ich […]
#155 Sommerkleid

Vor einiger Zeit hat es sich ergeben, dass ich das Hochzeitsfoto meiner Großeltern abfotografiert habe. Es ist schon lange Vergangenheit, da hing das Bild, kunstvoll eingerahmt, in ihrem Schlafzimmer. Ob als Mahnung oder Erinnerung – ich weiß es nicht. Jedenfalls stehen Sie offensichtlich in ihrem besten Staat vor der Kamera und ich erinnere mich, wie […]
#154 Post

Es ist die eine Sache, wenn ich auf Post warte oder die andere, wenn ich das nicht tue. Ob Gewohnheit oder Neugier, so gehört das Nachschauen nach ihr doch zum Alltag dazu. Meistens steckt Werbung drin, die mich erreicht, obwohl ich nicht darum gebeten habe. Oder Post vom Amt (ebenfalls ob ich will oder nicht), […]
#153 Schneckenalarm

Die Umstände machen es erforderlich, euch ein weiteres Mal Geduld dafür abzuverlangen, was den Besuch im Schwimmband anbelangt. Nachdem gestern alles gut geklappt hat, will ich mir das Gefühl der Freude heute ebenfalls gönnen. Die äußeren Umstände sind, wie gesagt, unverändert, denn es regnet weiter fast ohne Unterlass. Nach kurzer Zeit im Wasser schüttet es […]
#152 Nebel

Mist. Vorhin hatte ich mir den Beginn meines Textes so schön überlegt, doch jetzt ist alles weg. Fort. Vom Dauerregen weggespült, könnte ich fast sagen. Gedanken sind halt ein flüchtiges Gut. Wie Nebel ziehen sie herauf, breiten sich üppig aus, um beim leisesten Windhauch oder Sonnenstrahl das Weite zu suchen. Gar nicht so leicht, Nebel […]
#151 Strippe

Genug Zeit zum Schreiben ist vorhanden, denn ich sitze bereits am späten Nachmittag über meine Kladde gebeugt und denke nach. Mein heutiges Tagewerk ist vollständig erledigt. Es gibt rein gar nichts mehr zu tun, außer dasitzen, eben nichts tun und auf eine Eingebung zu hoffen. Heute ist Langeweile angesagt und zwar von der Sorte, die […]
#150 Meilenstein 3

Ich sitze wie blöd vor dem leeren Blatt Papier und bin ein wenig sprachlos ob der gigantischen Zahl von nunmehr einhundertfünfzig Erzählungen meiner Gedankenchronik. Über siebenhundert Aufrufe und immerhin fast zweihundertfünfzig Leser:innen habe ich bisher erreicht. Richtig einordnen, ob das viel oder wenig ist, kann ich nicht. Wahrscheinlich eher wenig. Zufrieden bin ich damit allemal. […]
#149 nix los

Feierabend und ein langes Wochenende vor der Nase. Das sind keine schlechten Aussichten, wie ich meine. Mein erster Weg führt mich bei mäßig gutem Wetter abends noch ins Freibad. Unschlagbar ist an diesen naja-Wetter-Tagen, dass nix los ist im Becken. Schwimmen, ohne ständig aufpassen zu müssen mit einer anderen Person zu kollidieren, hat den entscheidenden […]
#148 Freundschaft

Einem anstrengenden Tag folgt eine schlaflose Nacht. Manchmal ist das so. Lästig, keine Frage aber nicht schlimm sofern die Ursache bekannt und abstellbar oder absehbar ist. Ich bin dazu übergegangen nicht zu hadern, gelassen bin. Mit dieser Einstellung habe ich nicht nur den Tag gut verbracht, sondern auch mein Problem gelöst. Wer sagt es denn. […]
#147 Nachtmusik
Meine Aufmerksamkeit ist eingeschaltet, immer mittlerweile, da ich das Besondere in jedem Tag suche. Was kann ich meiner Gedankenchronik hinzufügen? Wie mache ich jenes kleine Detail ausfindig, das diesen Tag von allen anderen unterscheidet? Meine Erfahrung zeigt, dass die Routine des Alltags dick, ermüdend und zähflüssig meine Sinne fest im Griff hat. Sie übertüncht viel. […]