#133 der Alte Fritz

Dem Alten Fritz werden die Worte zugeschrieben, dass jeder in seinem Staat nach seiner Façon selig werden darf (frei zitiert). Eine Aussage, der ich als Toleranz begriffen, zustimme und die heute ebenfalls Gültigkeit hat, wie ich meine. Allerdings beinhaltet die grundsätzliche Akzeptanz des Anderen in seiner Ausprägung nicht zwangsläufig, dass ich mich nicht wundern darf. […]

#132 Wäsche

Mein Hinterteil ist dazu übergangen seine Oppositionshaltung aufzugeben, was ich mit äußerster Freude und Genugtuung quittiere. Es erleichtert mir einiges, wenn ich nur an einer Baustelle – meiner Form – arbeiten muss. Es war anstrengend und ich bin – während ich hier geduscht sitze, ein Glas Rotwein neben mir – doch ganz schön groggy. Ein […]

#131 anders als gedacht

Ich stehe am Strand von Marina di Irgendwas. Unweit von mir, zwischen schwarzen Beachflags, die im Mittelmeerwind flattern, stehen sportliche Schwimmer im Neopren. Es geht flach rein ins Wasser, das noch ziemlich frisch zu dieser frühen Jahreszeit ist. Trotzdem arbeite ich mich Stück für Stück vor, während sich der Rest für den Start präpariert. Irgendwann […]

#130 Flamme

Schon wieder Mohn. Diese rote Blütenpracht fasziniert mich viel zu sehr, als dass ich ihre Existenz und allgegenwärtige Präsenz hier missachten könnte. Ich mache diesen Umstand dadurch wett, dass ich als Bild für heute einen Stern gewählt habe. Eine überdimensionierte Pusteblume gewissermaßen, die mir ebenfalls ins Auge sticht und als Pendant gut passt. Doch der […]

#129 rosa

Die kleine Ortschaft Ascidingsbums hat sich in Schale geworfen. Alle Gebäude mit Fahnenmast sind beflaggt und so flattern Stadtwappen und sämtliche anderen Motive einträchtig im lauen Lüftchen der Toskana. Ansonsten ist die vorherrschende Farbe – wie sollte es anders sein –  rosa natürlich. Luftballons, Schleifchen, Bänder, die Dekoration in den Geschäften entlang der Einkaufsmeile, alles […]

#128 alles Kopfsache

Gedankenversunken beobachte ich eine Ameise, die ein unglaublich großes Dings – ich kann leider nicht genau ausmachen, was es ist – hinter sich herzieht. Klar, das ist bekannt. Ameisen können das. Dennoch. Sie zieht, schubst, zerrt es über den geschotterten Parkplatz und lässt sich offensichtlich von nichts beirren. Was ist ihr Antrieb? Selbsterhaltung? Naheliegende Vermutung […]

#127 Karibik Feeling

Regenpause. Mein Hinterteil dankt es dem Wettergott während wir uns auf den Weg zur Waschanlage begeben. Die Räder müssen noch vom restlich Schlamm befreit werden und dafür brauchen wir Druck. Ausreichenden Wasserdruck. Schon allein deshalb, damit es morgen weitergehen kann. Nachdem wir bei der x-ten Tanke endlich fündig werden, die Räder sowie unser Schuhwerk wieder […]

#126 Kette links, Kette rechts

Kette links, Kette rechts oder wie ich heute fünf Mal den Weg des Bofrost-Wagens kreuze. Das ist so ungefähr der Arbeitstitel für meine heutige Gedankenchronik, jedenfalls für die ersten rund fünfzig Kilometer. Die Sonne scheint, die Landschaft ist nach wie vor großartig. Großartig genau bis zu einem Punkt. Die App sagt uns, dass unser Weg […]

#125 Klatschmohn

Unsere Unterkunft taucht wie Pemberley* aus dem Nichts auf, um fast augenblicklich wieder zu verschwinden. So geht es mir ein paarmal, als ich die kurvige, schmale Straße nach einer guten Trainingseinheit heute hinaufradle. Fast einhundert Kilometer und knapp achthundert Höhenmeter zuvor, bin ich durch eine Landschaft gekommen, die der blühende Klatschmohn fest in seiner Hand […]

#124 Bilderbuch

Kurz hinter Mailand gibt es den ersten italienischen Espresso an der Autobahn. Alles ist wuselig und laut in der Raststätte und das Überangebot an Familien-Packungen mit Lebensmitteln von Nudeln, Süßigkeiten bis hin zu großen Campagnolo-Schinken lässt selbst an diesem Ort keine Wünsche übrig. Wir begnügen uns mit einer Tasse Espresso, schließlich gibt es noch Rest […]