#731 planmäßige Abweichung vom Plan

Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er oder sie was erzählen. Oder will es nicht, weil der Menschen froh ist, das Ziel erreicht zu haben. Irgendwann. Vielleicht. Mit Verspätung. Für Geld und Unannehmlichkeiten. Das führt zu Verdruss, zu Ärger bei den Reisenden und bei denjenigen, die drum herum organisiert haben. Hätte, hätte – was […]

#620 Feinkost

Ich betrete den Feinkostladen. Marmor, Glas, Edelstahl. Alles leuchtet mir mit glänzender Verführung entgegen. Er ist angenehm temperiert. Perfekt zwischen der Hitze draußen und einer noch vertretbaren Kühle, damit die Schokolade nicht schmilzt, es für einen Kaffee aber nicht zu ungemütlich wird. Erinnert mich an das, was ich aus alten Filmen kenne. Die Regale warten […]

#619 Aperol mit Aussicht

Wie könnte es in Rom anders sein, als dass der Ort des Geschehens was mit Engeln zu tun hat. Egal wie, die im ursprünglichen Sinn geschlechtslosen Begleiter:innen sind überall präsent. Wobei der männliche Bezug erst späteren Interpretationen geschuldet ist. Die Darstellungen oder Skulpturen der kleinen, dicken, pausbäckigen nackten Babys, mit oder ohne Flügel, werden Putto […]

#618 res publica

Wenn ich es mir recht überlege, habe ich zu Rom noch keinen Zugang gefunden und es wäre vermessen von mir zu behaupten, dass ich hier alles ganz toll finde. Einzig, um meine Reise als großartiges Ereignis zu feiern. Oder damit ich sagen kann: Oh, ich war in Rom – Kunst – Kultur – ich bin […]

#616 Schienenersatzverkehr

Unser Start in den Tag beginnt mit Schienenersatzverkehr. Das ist der endgültige Untergang des Abendlands, denke ich mir und komme mir vor wie daheim. Außerplanmäßige Schließung der Metrohaltestelle einschließlich aller Stationen bis zum Vatikan. Halleluja, das kann heiter werden. Der anrollende, leere Bus füllt sich subito. Voll ist untertrieben, keine Frage. Die Klimaanlage macht es […]

#613 ich habe fertig

Zwei Wochen Radtour durch Süditalien und Sizilien liegen nun hinter mir. Eine Tour mit Höhen und Tiefen, mit interessanten Einblicken und tollen Aussichten. Ich glaube, ich brauche eine Weile, um alles zu verarbeiten. In meinem Kopf kommen mir auf unserer letzten Etappe immer wieder Schlagwörter in den Sinn. Schlagwörter – und weil es sich nahtlos […]

#612 Plan B

Der Kapitän wirft uns mit seiner Durchsage, dass wir gleich da seien, früh aus den Federn. Früh heißt in diesem Fall: um 5:19 Uhr. Leider klappt aus irgend einem Grund das Anlegemanöver nicht, wie es soll. Wir verlassen die Fähre schließlich mit einer ordentlichen Verspätung. Doof. Denn das bedeutet, dass wir zwei mögliche Züge verpassen. […]

#608 Kontrastprogramm

Um das, was ich habe, gebührend schätzen zu können, ist es für mich hilfreich, ein Kontrastprogramm zu haben. Wie wäre das Leben schließlich eintönig, würde ich mich nicht zwischen den Welten hin und her bewegen können, bliebe in der ewig gleichen Bubble. Natürlich stets im Bewusstsein des Privilegs, dies zu können, denn das gehört definitiv […]

#606 und am Ende ist alles gut

„Auch das geht vorbei!“, ich kann euch gar nicht sagen, wie oft ich mir heute diesen Satz vorgebetet habe (#603 ein Tag am Meer). Denn heute war ich nicht gut drauf. Das passiert. Ist aber ärgerlich. Für mich und meinen Begleiter. Ich habe mich gequält, ich habe das Bikepacking verflucht, nach Öffis Ausschau gehalten, vor […]

#602 uff

Uff, mehr fällt mir im Moment nicht ein, muss ich euch ehrlicher Weise gestehen. Uff, geschafft. Mein aktueller Blick – siehe Foto – entschädigt für die (selbstgewählte) Anstrengung der letzten vier Tage. Deswegen jammere ich nur ein wenig. Ein ganz kleines Bisschen. Immerhin habe ich dreihundertfünfzig Kilometer weit mein Gepäck rund zwölfhundert Höhenmeter rauf, und […]