#113 Regularien

Ich bin umgeben von „Dos and Don‘ts“. Alle naselang bekomme ich gesagt, was ich darf und was nicht. Gefühlsmäßig nimmt die Verhaltensoptimierung zu. Ist es wirklich notwendig, jede Kleinigkeit bis ins Detail zu regeln? Mich verstört es, dass mein gesunder Verstand überhaupt keine Rolle mehr zu spielen scheint. Verlerne ich dadurch nicht genau das? Nachzudenken […]

#112 das auch noch

Das auch noch, denke ich, als ich ins Auto steige. Es ist kurz nach sieben Uhr morgens und ich bin im Begriff ins Büro zu fahren. Der interaktive, bunt beleuchtete Touchscreen meines Wagens begrüßt mich mit der Fehlermeldung: „Reifendruck zu niedrig. Sie können weiterfahren aber nicht schneller als 130 km/h. Bitte befüllen Sie die Reifen […]

#111 directamente

Einhundertelf. Mit dieser Schnapszahl geht’s heut in meiner neuen Kladde weiter und mein Hirn rumort bereits eifrig auf der Suche nach dem Thema. Kein nettes heute – nix mit Blümchen, Tierchen oder Sonnenaufgängen. Heute mache ich mir darüber Gedanken, die ich wirklich jedes Mal hege, wenn es zu folgender Begebenheit kommt. Es passiert so oder […]

#110 letzte Seite oder Klamotten

Das letzte Blatt in meiner Kladde liegt genaujetztvor mir und es ist ein guter Zeitpunkt, wieder mal ein wenig zu resümieren, was die vergangenen 100 Doppelseiten ans Licht brachten. Oder lasse ich es besser bleiben? Ja, das tue ich. Ich bin mir gewiss, dass ich das schreibe, was ich möchte. Rücksichtslos gegenüber jedwedem Urteil nur […]

#109 Korrosion

Mein selbstgewählter dix:Minutes-Auftrag lautet bekanntlich, dass ich meine Augen offenhalte. Offen denjenigen Dingen, Begebenheiten, Begegnungen Beachtung schenke, die ansonsten vom Nebel des Vergessens verschluckt werden würden. Inzwischen fällt es mir leicht, genau dieses zu erkennen, hier festzuhalten. Heute ist es so: Diese Woche ist meine Beauty-Woche. Nach Kosmetik am Mittwoch, bin ich heute beim Friseur. […]

#108 Licht und Schatten

An trüben Tagen, wenn die Sonne so gar nicht hervorkommen mag, eingehüllt in ein tiefes Dunkelgrau, wünsche ich mir Licht und Schatten. Gefährlich? Im übertragenen Sinn, also jenseits der Wetterverhältnisse, ist es das sicherlich. Doch möchte ich dem Schatten aus dem Weg gehen, müsste ich auch auf das Licht verzichten. Das will ich aber nicht. […]

#107 Gänsemarsch

Zu meiner gestrigen Vorfreude gesellt sich heute die Alltagswellness hinzu. Alltagswellness ist für mich die Auszeit, die ich mir ganz bewusst gönne. Und deren Effekt, selbst wenn auch nur eingebildet sichtbar, zumindest wohlfühlmäßig meiner Seele schmeichelt. Ach, was rede ich für einen Quatsch, schließlich gehe ich schon jahrelang zur Kosmetik. Ohne diesen regelmäßigen Besuch sähe […]

#106 Vorfreude

Bekanntlich ist die Vorfreude die schönste Freude. An dieser Weisheit ist wohl kaum etwas auszusetzen. Einen großen Wert nimmt dabei die Vorfreude für den Jahresurlaub ein. Das ist allein dem Umstand geschuldet, dass es neben der „schönsten Zeit des Jahres“ auch diejenige ist, in der die Entscheidungshoheit über meine Aktivitäten ganz bei mir selber liegt. […]

#105 Gänseblümchen

Alle Jahre wieder – und das nicht nur zur Weihnachtszeit – sondern ganz im Gegenteil, nämlich genau jetzt, blühen die Gänseblümchen. Mein Garten ist übersät von diesen kleinen Schönheiten an deren Erscheinungsbild sich wohl die wenigsten Geister scheiden werden. Ihre kleinen Köpfchen ragen auf dünnen Stängeln in unserer garteneigenen Grünfläche empor. Eigentlich besteht mein Rasen […]

#104 Pänz

‚Keine Bälle in der Küche!‘, so lautet das ungeschriebene Gesetz einer mir nahestehenden Person gegenüber ihren sechs- und neunjährigen Kindern. Sohn und Tochter toben durch die Wohnung und keine ruhige Minute ist seitdem mehr drin. Das können alle Eltern ausnahmslos bestätigen. Wie wäre das Dasein auch langweilig, ohne die Herausforderung zwischen bedingungsloser Zuneigung und größtmöglichem […]