Neben dem berühmten: „Griff ins Klo“, kann auch ein einfacher: „Blick ins Klo“ verstörend sein. Denn was haben wir auf dem stillen Örtchen nicht alles erlebt? Bestimmt kann jede und jeder von euch eine Geschichte dazu beitragen. Etwas anderes würde mich schwer wundern.
Im Grunde weist dieser heimliche Ort, an dem Privatsphäre angesagt ist, in Ausprägung und Gestaltung eine ähnliche Vielfalt auf, wie bei uns Menschen allgemein. Manchmal sagt er sogar etwas über ganze Personengruppen oder über komplette Staaten aus. Besonders auf den Autobahnrastplätzen. Hier gibt es deutliche Unterschiede. In der Schweiz beispielsweise ist alles clean. Edelstahl in höchster Funktionalität ist das vorherrschende Erscheinungsbild. Zugegeben, das macht Sinn und bietet eine ähnliche Diskretion wie die Tresoranlage einer Schweizer Bank. Nur eben schließfachfrei.
Das andere Ende des Spektrums haben die Stehklos für sich reserviert. Allerdings müssen sie nicht zwangsläufig schlimmer sein, als herkömmliche Keramikschüsseln, die, verstopft und überquellend, ebenfalls kein Anblick für schwache Nerven sind.
Zurück zum Foto. Hierbei handelt es sich gewiss um keine öffentliche Rastplatztoilette, vielmehr um den Teil eines Waschraums, der in Kneipen, Pinten oder Kaschemmen anzutreffen ist. Wer gerne viel Zeit dort verbringt, lässt einen Sticker kleben oder verewigt sich in einem mehr oder weniger sinnfreien Klospruch.
Ich kann mich an eine Kneipe in Kreuzberg erinnern. Diese hatte erst ab ein Uhr für ein erlesenes Publikum geöffnet. Der Weg führte eine steile Treppe abwärts in den tiefen Keller eines Altbaus. Das Licht flackerte zu lauter Musik. Bier wurde direkt aus dem Kasten, über die Biertischtheke gereicht. Legal war das nicht, dennoch mit eigener Toilette ausgestattet. Die brillenfreie Schüssel stand mitten in einem abschließbaren Bretterverschlag eine weitere Etage tiefer. Ein Baupendel hing von der Decke und beleuchtete den muffigen Raum spärlich. Definitiv war das der Ort mit dem höchsten Thrillfaktor, an dem ich jemals pinkeln war.

