#826 Wohin des Weges?

Ja, etwas in der Art habe ich mir schon oft überlegt, verbunden mit der Frage: was steht an? Eine nicht unerhebliche Fragestellung, gibt sie doch Richtung und Ziel vor. Jedenfalls für die kleinen Dinge des Lebens.

Mein Alltag ab sechs Uhr dreißig gestaltete sich heute wie folgt: aufstehen, Bett machen, Jogginghose und Pulli überschmeißen, auf die Toilette, Tee trinken dabei ein paar Minuten MoMa schauen. Teetassen abräumen, restliches Geschirr, das rumsteht, in die Spülmaschine verfrachten. Spüle, Herd, Arbeitsplatte, Esstisch, Couchtisch, Sets abwischen. Kleinigkeiten aufräumen: Schuhe (Hausschuhe, Sneakers, diverse Turnschuhe, Rennradschuhe) an die richtige Stelle stellen, saubere Wäsche falten und einräumen, Wäschekorb zurück bringen. Toilette, Waschbecken und Badezimmer putzen, Fußböden wischen. Frische Handtücher hinhängen. Staub wischen. Restmüll und Altpapier leeren. Rumfliegende Klamotten sortieren, einräumen, auf Bügel hängen, in die Wäsche geben.

Balkone und Treppe fegen, Fußmatte ausklopfen, Stühle aufklappen und in den Garten stellen. Staub saugen. Küchenfliesen von Flecken befreien. Bialetti für meinen ersten Kaffee aufsetzen, nebenbei trinken. Unter die Dusche springen, Körperpflege betreiben. Dabei gedanklich den Einkaufzettel schreiben: Gemüse. Wir haben keine Milch mehr. An Honig sollte ich denken. Was koche ich am Wochenende? Heute und morgen geht klar – Sonntag? Was fehlt für nächste Woche? Vorsichtshalber einen Blick in den Kühlschrank werfen. Altglas mitnehmen.

Ich radle los zum Supermarkt. Vor mir an der Frischetheke geben Mutter und Tochter im fortgeschrittenen Alter eine ewig lange Bestellung auf. Das kann ich jetzt gut gebrauchen, schließlich muss ich gleich in die Stadt, meine Brille abholen und dann in die Bib zum Arbeiten. Mist, ich habe zu viel eingekauft. Meine Taschenkapazität reicht nicht aus. Also muss ich eine Tüte mitnehmen. Die schweren Dinge kommen in den Rucksack, der Rest wird verteilt. Den großen Beutel hinten in den Korb, die Tüte ans Lenkrad. Zurück geht’s. Sachen verstauen. Zehn Uhr zehn. Fertig.

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