Ich hätte es gestern kommen sehen müssen, als ich den Hashtag mit der Nummer 849 schrieb: der nächste Meilenstein ist demnächst fällig. Und wie das mit Meilensteinen oder Geburtstagen oder Jubiläen halt ist, egal wie, sie kommen immer plötzlich. Wie Weihnachten und Ostern. Nahezu unangekündigt sind sie schneller da, als wir es vermuten.
In Arbeit vergraben, kreisten meine Gedanken heute um zwei völlig andere Themen. Einmal um das Thema: Kampf und einmal um: Geschenke. Ihr habt recht, wenn ihr den Einwand erhebt, dass das zwei gänzlich unterschiedliche Dinge sind. Doch ich möchte euch erklären, wie es dazu kam.
Meine Tagesaufgabe bestand darin, eine Präsentation für eine Veranstaltung zu erstellen. Da die Vorlage dafür nicht von uns, sondern von einem externen Kooperationspartner kam, sah ich mich zweifelhaften Formatierungen ausgesetzt, die nicht beeinflussbar waren. Ich musste also das Kunststück fertig bringen, zwei ungleiche Stücke zu vereinen. Alle, die das schon mal versuchten, wissen, wovon ich spreche. Ärger und Frust ist da vorprogrammiert. Vor meinem inneren Auge sah ich mich förmlich, wie ich, im Dschungel ausgesetzt, mir mit einer Machete den Weg bahnte. Brachiale Gewalt, ein ewiger Kampf. Entweder ums Überleben oder gegen Windmühlen. Daran hat sich seit Menschheitsgedenken nichts verändert.
Aufgrund dieser einseitigen, überwiegend regungslosen Tätigkeit, stand mir zum Feierabend der Sinn nach einem Minimum an körperlicher Betätigung. In solchen Fällen ist Gartenarbeit eine schnelle Alternative. Gesagt, getan. Die Kletterrosen blühen gerade in einem Rotton, wie er nur von der Natur hervorgebracht wird. Samtig und intensiv. Ich musste mich lang machen, um einen Zweig für die Vase zu ergattern. Zusätzlich erledigte ich ein paar Kleinigkeiten, die es zu tun gab, bevor der Regen, der sich ankündigte, losprasselte.
Die Rosen sehen wunderschön aus und ich freue mich in diesem Augenblick über das Geschenk, dass mir mein Garten zum Jubiläum bereitete.

